Konkrete Vorschläge


  Bei unseren Vorschlägen haben wir nach Lösungen gesucht, möglichst vielen Fahrgästen einen attraktiven Fahrplan mit kurzen Reisezeiten und guten Anschlüssen bieten zu können. Solange der viergleisige Ausbau der S-Bahnlinie S 6 zwischen Friedberg und Frankfurt nicht erfolgt, müssen Lösungen gefunden werden, die auch unkonventionell erscheinen. Dazu gehört z.B. die Freigabe der Intercityzüge für RMV-Fahrgäste zwischen Gießen und Frankfurt. Wenn es die Poltik in 30 Jahren nicht geschafft hat, 2 zusätzliche Gleise für die S-Bahn zu bauen, muss es die Politik wenigstens möglich machen, jeden Zug zwischen Gießen und Frankfurt mit RMV-Fahrausweisen nutzen zu können.


Die Vorschläge im einzelnen:



1.) Regionalexpresslinie Siegen - Gießen - Frankfurt beschleunigen

2.) Regionalexpress-Stundentakt Marburg - Gießen - Frankfurt

3.) Mittelhessenexpress / Intercity kombinieren

4.) Regionalbahnen Gießen - Friedberg im Halbstundentakt

5.) Neue Regionalexpresshalte für Bad Nauheim und Butzbach

Regionalexpresslinie Siegen - Gießen - Frankfurt beschleunigen

Vorgeschlagen wird, die RE-Linie Siegen - Gießen - Frankfurt zwischen Siegen und Friedberg um wenige Minuten zu beschleunigen, sodass spätestens in Friedberg in Richtung Frankfurt immer zur selben Minute (12) abgefahren wird wie die eine Stunde versetzt fahrende RE-Linie Kassel - Gießen - Frankfurt. In der Gegenrichtung fahren die beiden Linien bereits heute genau um jeweils eine Stunde versetzt.

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Vorteile:

  • Es entsteht zwischen Gießen und Frankfurt mit dem Knotenbahnhof Friedberg ein sauberer Stundentakt mit RE-Zügen.
  • In Friedberg wird aus Richtung Gießen wieder Anschluss an die S-Bahn hergestellt. Das Überholen der S-Bahn alle 2 Stunden in Bad Vilbel entfällt.
  • Ebenfalls werden in Friedberg wieder Anschlüsse nach Friedrichsdorf, Nidda und Hanau hergestellt.

Nachteile:

  • Kürzen oder Vorverlegen der Fahrzeit Siegen - Gießen - (Friedberg). Es sollte versucht werden, die Abfahrtszeit in Siegen von der Minute 02 auf die Minute 56 vorzuverlegen. Zur Minute 52 kommt in Siegen der wichtige Regionalexpress aus Köln an. Wenn am gleichen Bahnsteig umgestiegen werden kann, genügt eine Umsteigezeit von 4 Minuten. Somit wäre der RE zur Minute 48 in Gießen und könnte nach Fahrtrichtungswechsel zur Minute 55 Richtung Frankfurt fahren (der RE aus Kassel nach Frankfurt fährt immer zur Minute 53 ab). Da ab dem nächsten Fahrplanwechsel statt Doppelstockzügen der Deutschen Bahn Triebwagen der Hessischen Landesbahn zum Einsatz kommen, die sowohl eine stärkere Beschleunigung als auch eine größere Höchstgeschwindigkeit (160 statt 140 km/h) haben, sollten sich noch einmal ca. 2 Minuten einsparen lassen, sodass spätestens ab Friedberg der Zug genau in der gleichen Taktlage verkehrt wie der RE Kassel - Frankfurt.


Regionalexpress-Stundentakt Marburg - Gießen - Frankfurt

Das Betriebskonzept des RMV sieht für den nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2010 ein Flügelzugbetrieb der RE-Linie Frankfurt -Gießen - Siegen mit zusätzlichen Regionalbahnen (Frankfurt) - Gießen - Marburg vor. Zwei Triebwagen fahren als Regionalexpress von Frankfurt nach Gießen und werden dort getrennt. Ein Teil verkehrt weiter als Regionalexpress nach Siegen, während der andere Teil als Regionalbahn nach Marburg fährt.

Main-Weser-Bahn im Takt schlägt vor, die Regionalbahn als Regionalexpress nach Marburg fahren zu lassen. Sollte der Landkreis Marburg sich finanziell an den Zügen beteiligen, könnten diese auch z.B. bis nach Kirchhain oder Stadtallendorf verlängert werden, sodass auch diese Städte in den Genuss des RE-Stundentakts kämen.

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Vorteile:

  • Marburg erhält (erstmals!) einen RE-Stundentakt. In der einen Stunde verkehrt der RE Frankfurt - Kassel, in der anderen Stunde der RE Frankfurt - Gießen - Marburg, der in Gießen mit dem RE aus Siegen gekuppelt bzw geschwächt wird.
  • Dadurch wieder gute und stündliche Anschlüsse zur Burgwaldbahn nach Frankenberg sowie zur Oberen Lahntalbahn und zu den Stadtbussen
  • Jede Stunde Fahrtmöglichkeit ohne IC-Zuschlag, sodass alle Fahrgeldeinnahmen beim RMV verbleiben

Nachteile:

  • Zusätzliche Kilometerleistungen müssen bestellt werden, wenn die fast gleichzeitig verkehrenden Regionalbahnen Gießen - Marburg weiterhin verkehren sollen (ein Teil der benötigten Kilometerleistungen könnte vom wegfallenden Mittelhessenexpress Gießen - Frankfurt kommen, siehe dort)


Mittelhessenexpress / Intercity kombinieren

Bedingt durch die S-Bahn im 15-Minuten-Takt zwischen Karben und Frankfurt sowie die durchgebundenen Züge des Stockheimer Lieschens nach Frankfurt besteht nur alle 30 Minuten eine Möglichkeit, einen schnellen Zug ohne Halt durch das Nadelöhr Friedberg -Frankfurt zu schleusen. In 2 Stunden gibt es pro Richtung 4 Trassen: 2 Trassen nutzen die schnellen RE Kassel - Frankfurt sowie Siegen - Frankfurt. Die dritte Trasse nutzt der zweistündlich verkehrende IC. Bleibt noch eine freie Trasse, die der MHE in der einen Stunde nutzt. Da der MHE stündlich verkehrt, muss er in der anderen Stunde auf zahlreichen Zusatzstationen halten, um ab Gießen wieder in das gewohnte Zeitraster zu passen.

Für den Mittelhessenexpress gibt es in der jetzigen Form (stündliches Verkehren, Flügeln in Gießen) solange keine vernünftige Lösung, wie er sich die Trasse mit dem Intercity teilen muss. Dies wird erst besser, wenn die S6 von Friedberg bis Frankfurt komplett eigene Gleise nutzen kann. Für Fahrgäste hinter Gießen ist die Reisezeit stark gestiegen: Wer z.B. von Lollar nach Frankfurt fahren möchte, benötigt heute mit dem MHE in der einen Stunde 57 Minuten, in der anderen Stunde 77 Minuten, was einer Verlängerung der Reisezeit um rund 35% entspricht! Nutzt er dagegen eine Umsteigeverbindung, benötigt er sogar nur 53 Minuten! Es stellt sich angesichts der langen Reisezeit die Frage, ob der langsame MHE überhaupt noch attraktiv genug ist, um über Gießen hinaus mit diesen Zügen zu fahren.

Angesichts der wenigen schnellen Trassen zwischen Friedberg und Frankfurt fordert der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus die Freigabe des Intercity zwischen Frankfurt und Gießen für Fahrgäste mit RMV-Fahrscheinen (nicht nur Zeitkarten, auch Einzelkarten!). Nur damit ist ein schneller und sauberer Halbstundentakt zwischen Gießen und Frankfurt gewährleistet. Die Freigabe war auch beim Vorgängerprodukt des Intercity, dem Interregio, bis zu dessen Einstellung Standard im RMV und hatte sich bewährt. Ggf. sind Ausgleichszahlungen an den Betrieber des Intercities, DB Fernverkehr, zu zahlen. Diese Freigabe des IC muss so lange fortgeführt werden, bis durch den Streckenausbau Friedberg - Frankfurt weitere schnelle Trassen zur Verfügung stehen.

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Das Betriebskonzept sehe folgendermaßen aus: Die eine Stunde verkehrt der schnelle MHE zwischen Frankfurt und Gießen mit den Halten in Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach. Der Zug kommt zur Minute 35 in Gießen an, wird dort geteilt und fährt dann zu den Endbahnhöfen Dillenburg und Treysa. In der anderen Stunde verkehrt der Intercity mit Halt nur in Friedberg und erreicht Gießen zur Minute 33. Hier kann in die Triebwagen des MHE umgestiegen werden, die dann in der gleichen Taktlage wie bisher in Richtung Dillenburg und Treysa abfahren. Mit dem eingesparten langsamen MHE zwischen Frankfurt und Gießen können zusätzliche Regionalbahnen zwischen Gießen und Friedberg gefahren werden, die in den Knotenbahnhöfen Gießen und Friedberg die Anschlüsse an die schnellen Züge herstellen.



Vorteile:

  • Sauberer Halbstundentakt mit schnellen RE / IC-Zügen zwischen Gießen und Frankfurt
  • Dadurch in Friedberg zu den Knotenzeiten 15 und 45 wieder gute Bahn- / Busanschlüsse möglich
  • Der heute "langsame" Mittelhessenexpress jede zweite Stunde wird durch Umsteigen in Gießen vom MHE auf den IC und umgekehrt) von der Reisezeit wesentlich schneller (rund 30%)
  • Durch die Anbindung mit Regionalbahnen zwischen Friedberg und Gießen werden in beiden Knotenbahnhöfen gute Anschlüsse hergestellt
  • Es entstehen durch den wegfallenden Wechsel zwischen Regionalbahn und langsamen MHE im Abschnitt Friedberg - Gießen keine Hinketakte mehr: Der Fahrplan ist wieder leicht merkbar, Busanschlüsse funktionieren jede Stunde

Nachteile:

  • Freigabe des Intercity für RMV-Fahrscheine dürfte schwierig sein und ist mit hohen Kosten   verbunden
  • Von kleineren Stationen zwischen Gießen und Friedberg nicht mehr alle 2 Stunden eine   Direktverbindung nach Frankfurt
  • In Butzbach und Bad Nauheim nur alle 2 Stunden Halt eines schnellen Zuges


   Regionalbahnen Gießen - Friedberg im Halbstundentakt

Die Bedienung des Abschnitts Friedberg - Gießen mit Regionalbahnen muss wieder besser vertaktet und damit leichter merkbar werden. Heute wechselt die Bedienung aller Halte entlang der Strecke stündlich zwischen MHE und Regionalbahn, die auch noch um 9 bis 10 Minuten verschobene Abfahrtszeiten haben.  Die Regionalbahnen haben in Friedberg Anschluss von / zu den Regionalexpresszügen aus / in Richtung Frankfurt.

Ergänzt wird das Angebot um einzelne Regionalbahnen, die in den Hauptverkehrszeiten im Zweistundentakt die Bedienung ergänzen. Diese Regionalbahnen stellen in Gießen zur vollen geraden Stunde Anschlüsse von / zu den Regionalexpresszügen her.

Friedberg hat Anschlussknoten zu den Minuten 15 und 45, während in Gießen die Knoten zu den Minuten 00 und 30 liegen. Lässt man die Regionalbahnen nur stündlich verkehren, zieht einer der beiden Knoten immer den kürzeren: Richtet man die Anschlüsse auf den Bahnhof Friedberg aus, funktionieren sie in Gießen nicht und umgekehrt.

Vorschlag: Als Ersatz für den wegfallenden langsamen Mittelhessenexpress verkehren die Regionalbahnen zwischen Gießen und Friedberg im Zeitraum von 7 bis 20 im Halbstundentakt. In der Hauptverkehrszeit können sie durch durchlaufende Züge nach / von Frankfurt ersetzt werden.

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Vorteile:

  • Sauberer Halbstundentakt mit leicht merkbaren Abfahrtszeiten immer zur gleichen Minute
  • Es entstehen durch den wegfallenden Wechsel zwischen Regionalbahn und langsamen MHE im Abschnitt Friedberg - Gießen keine Hinketakte mehr
  • Durch die Anbindung mit Regionalbahnen zwischen Friedberg und Gießen werden in beiden Knotenbahnhöfen gute Anschlüsse hergestellt, dadurch kürzere Reisezeiten
  • Durch halbstündlichen Verkehr in Friedberg immer Anschluss in / aus Richtung Frankfurt
  • In Gießen zur vollen Stunde immer Anschluss an die schnellen Regionalexpresszüge Richtung Kassel / Siegen

Nachteile:

  • Mehrbestellung von Zugkilometern notwendig. Diese können vom wegfallenden langsamen Mittelhessenlexpress übernommen werden
  • Von kleineren Stationen zwischen Gießen und Friedberg nicht mehr alle 2 Stunden eine Direktverbindung nach Frankfurt
  • In Butzbach und Bad Nauheim nur alle 2 Stunden Halt eines schnellen Zuges

  

Neue Regionalexpresshalte für Bad Nauheim und Butzbach

Die Städte Bad Nauheim (31.000 Einwohner) und Butzbach (25.000 Einwohner) sind vom schnellen Regionalexpressverkehr außer in den Hauptverkehrszeiten fast komplett abgekoppelt. Einzig der Mittelhessenexpress hält in den beiden größten Städten des nördlichen Wetteraukreis, die mit weiteren Kommunen wie Ober-Mörlen, Münzenberg, Lich und Rockenberg einen Einzugsgebiet von rund 84.000 Einwohnern haben.

Zu Zeiten der Deutschen Bundesbahn hielten die Züge der RE-Linie Kassel - Frankfurt auch in Bad Nauheim und Butzbach. Mit Start des RMV strich dieser die Halte in den beiden Städten, um die Fahrzeiten zwischen Frankfurt und Gießen den stündlich versetzt fahrenden Intercities anzugleichen. Seit Fahrplanwechsel ist der Wechsel mit dem Intercity weggefallen, sodass aus Sicht von Pro Bahn & Bus kein Hinderungsgrund mehr besteht, die Zusatzhalte wieder einzuführen.

Der Fahrzeitverlust durch die Zusatzhalte kann dabei heute kein großes Argument mehr sein: Die RE-Züge Kassel - Frankfurt (Doppelstockzüge) haben zwischen Gießen und Frankfurt Hbf eine Fahrzeit von 44 Minuten (Haltebahnhöfe: Friedberg, Frankfurt-West, Zug RE4123). Die Triebwagen des schnellen Mittelhessenexpress halten zusätzlich in Butzbach und Bad Nauheim und haben eine Fahrzeit Gießen - Frankfurt Hbf von 45 Minuten, also nur eine Minute Fahrzeit mehr. Spätestens mit dem Einsatz von spurtstarken Triebwagen auch auf den schnellen RE-Linien sollte deshalb der Halt an den Bahnhöfen Bad Nauheim und Butzbach wieder möglich sein. Da schon zum kommenden Fahrplanwechsel die Linie Siegen - Gießen - Frankfurt von der Hessischen Landesbahn mit spurtstarken Triebwagen vom Typ Flirt übernommen wird, sollte zumindest für diese Linie die zusätzlichen Halte realisiert werden.

Vorteile:

  • wieder schnelle Anbindung von Bad Nauheim und Butzbach, dadurch auch Erreichen von guten Anschlüssen in Gießen (wichtig für Bad Nauheimer Kurgäste)
  • In Butzbach sehr gute Anschlüsse von / zu den Bussen (Taktknoten zur vollen Stunde)

Nachteile:

  • Realisierung nur mit neuen spurtstarken Triebwagen oder Zügen möglich