Anlass für die Initiative


Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2009 verkehrt die Intercitylinie Hamburg - Karlsruhe um eine halbe Stunde versetzt. Dies hatte zur Folge, dass sich auch für zahlreiche Züge des Nahverkehrs Fahrplanänderungen ergeben. Fast immer sind es Verschlechterungen wie längere Reisezeiten, unregelmäßige Abfahrtszeiten oder der Wegfall von Anschlüssen.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund kündigte schon im Vorfeld des neuen Fahrplans an, dass es teilweise zu Verschlechterungen kommen wird. Man habe alle Vor- und Nachteile abgewogen und könne unter den gegebenen Umständen den Fahrgästen keinen besseren Fahrplan bieten.

Nach Inkrafttreten des neuen Fahrplans zeigten sich weitere Nachteile, wie Anschlussverluste in den Knotenbahnhöfen Friedberg und Marburg. Im Abschnitt Friedberg - Gießen wurde alle 2 Stunden ein Zugpaar eingespart. Zahlreiche Fahrgäste beschwerten sich bei den Fahrgastverbänden und -beiräten.

Dies war der Anlass, um die Initiative "Main-Weser-Bahn im Takt" ins Leben zu rufen. Mit dem Druck von zahlreichen Verbänden, aber auch Einzelpersonen, wollen wir versuchen, wieder einen besseren Fahrplan auf die Schiene zu bringen. Auf dieser Homepage finden Sie nicht nur eine Auflistung der zahlreichen Mängel, sondern auch Vorschläge, um einen Großteil der Mängel abzustellen.


Was läuft seit Dezember 2009 schief?

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Auflistung der Mängel:










1. Mittelhessenexpress  

Der Mittelhessenexpress (MHE) hält neu in der einen Stunde sowohl in Bad Vilbel als auch auf allen Stationen zwischen Friedberg und Gießen. In der anderen Stunde wird nur in Friedberg, Bad Nauheim und Butzbach gehalten. Folge: Die Abfahrtszeiten sind nicht mehr leicht merkbar; bei Anschlussfahrten mit weiteren Zügen/Bussen entstehen im Bereich Butzbach - Bad Nauheim - Friedberg - Frankfurt Anschlussbrüche / -verluste. So werden zum Beispiel in Butzbach in der einen Stunde mit dem Mittelhessenexpress aus Richtung Gießen die Busse Richtung Lich, Bad Nauheim, Bodenrod und Maibach erreicht, in der anderen Stunde jedoch um wenige Minuten verpasst. Früher funktionierten die Anschlüsse immer! Der Fahrzeitunterschied zwischen "langsamem" und "schnellem" Mittelhessenexpress beträgt zwischen Gießen und Frankfurt 14 Minuten (59 Minuten / 45 Minuten).

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2. Regionalexpress Siegen - Gießen - Frankfurt

Die Züge der RE-Linie Siegen - Gießen - Frankfurt halten nicht mehr in Großen-Linden, Langgöns und Bad Nauheim. Zwischen Gießen und Frankfurt wurde die Linie um wenige Minuten vorverschoben. Von Gießen kommend trifft der Zug zur Minute 20 in Friedberg ein, sodass weder zur S-Bahn noch zu Zügen in andere Richtungen Anschluss hergestellt werden kann. Die S-Bahn selbst muss in Friedberg 7 Minuten früher abfahren, um in Bad Vilbel vom Regionalexpress überholt werden zu können.


3. Anschlüsse im Bahnhof Marburg

Die Anschüsse im Bahnhof Marburg (Lahn) haben sich stark verschlechtert. Beim alten Fahrplan verkehrten der Intercity sowie die RE-Linie Kassel - Gießen - Frankfurt abwechselnd im Stundentakt. Durch die zeitliche Verlegung des IC hat Marburg jetzt einen 30 / 90-Minuten-Takt mit schnellen Zügen. Dadurch werden alle zwei Stunden Anschlüsse von / zur Burgwaldbahn nach Frankenberg sowie Richtung Biedenkopf / Bad Laasphe (Obere Lahntalbahn) verpasst.

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4. Anschlüsse im Bahnhof Gießen

Unbefriedigend ist die Anschlusssituation im Bahnhof Gießen aus / in Richtung Butzbach / Bad Nauheim. Reisende, die über Dillenburg oder Treysa hinaus fahren möchten, haben werktags nur alle 2 Stunden relativ schnell Anschluss an die Regionalexpresszüge Richtung Siegen oder Kassel. Die andere Stunde muss man mindestens eine halbe Stunde warten, am Wochenende immer! Dagegen funktioniert in Gießen der Anschluss zum aufpreispflichtigen Intercity innerhalb weniger Minuten. Die IC-Züge, die auch in Friedberg halten, sind mit RMV-Einzelfahrkarten überhaupt nicht benutzbar. Mit RMV-Zeitkarten können durch Lösen eines zusätzlichen Zeitkartenzuschlages die IC-Züge benutzt werden.

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5. Anschlüsse im Bahnhof Friedberg

Die Anschlüsse im Bahnhof Friedberg sind vollkommen unbefriedigend. War Friedberg bis jetzt ein Bahnhof mit den Knotenzeiten zu den Minuten 15 und 45, auf die die Anschlusszüge und -busse abgestimmt wurden, halten jetzt die schnellen Züge teilweise zusätzlich zu den Minuten 21 (RE Siegen -Frankfurt) und 00 (Mittelhessenexpress zur ungeraden Stunde in beide Richtungen). Dann sind die Züge und Busse in verschiedene Richtungen bereits abgefahren, sodass für die Fahrgäste lange Wartezeiten entstehen.

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6. Regionalbahnen Friedberg - Gießen

Bei der Regionalbahnlinie Gießen - Friedberg wurde jeder zweite Zug gestrichen. Die weggefallenen Leistungen werden durch die MHE-Züge übernommen, die um ca. 8 Minuten versetzt ebenfalls an allen Stationen halten. Mit den weiterhin verkehrenden Regionalbahnen der anderen Stunde entsteht ein weiterer Wackeltakt.


7. Wegfall von Regionalexpresshalten

Die Städte Butzbach (25.000 Einwohner) und Bad Nauheim (31.000 Einwohner) sind vom schnellen Regionalexpressverkehr außer in den Hauptverkehrszeiten fast komplett abgekoppelt. Beide RE-Linien Kassel - Gießen - Frankfurt wie Siegen - Gießen - Frankfurt fahren ohne Halt durch die beiden größten Städte im nördlichen Wetteraukreis.