Mit Rolf Gnadl, einem der beiden Geschäftsführer des im Volksmund "die OVAG" genannten Versorgungskonzerns, trafen sich die Initiatoren von "Main-Weser-Bahn im Takt" zu einem Austausch über die Ziele der Initiative. Ebenfalls anwesend bei diesem Gespräch war Herr Glaum von der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO). Im Konzern ist Rolf Gnadl für den Verkehrsbereich zuständig. Außerdem gilt der frühere Wetterauer Landrat, der auch lange Zeit stellvertretender Aufsichtsichtsratsvorsitzender des RMV war, als Experte in Sachen ÖPNV.
Gnadl unterstützt die Ziele und Verbesserungsvorschläge der Initiative. Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Bauprojekte auf der Main-Weser-Bahn (drittes und viertes Gleis zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West sowie zwischen Bad Vilbel und Friedberg) äußerst zäh vorangehen und jede Prognose zu deren Fertigstellung gewagt erscheint. Insofern spielte der Vorschlag, für die nicht absehbare Zwischenzeit die "Freigabe des Intercity für RMV-Kunden" zu fordern, eine wichtige Rolle.
Denn so lange der Intercity auf der Main-Weser-Bahn verkehrt, was durchaus im regionalen Interesse ist, sind Fahrplanalternativen zwischen Friedberg und Frankfurt praktisch nicht möglich. Zweifelsohne ist das Erreichen der "Freigabe des Intercity" kein einfaches Unterfangen. Hier muss, um erfolgreich zu sein, auf der politischen Schiene Druck aufgebaut werden. Gnadl hat der Initiave dabei seine Mithilfe zugesagt.
* Aufgabenträger für den Nahverkehr in den Kreisen Gießen, Vogelsberg und Wetterau ist der Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV). 1994 hatten die drei Kreise ihre Zuständigkeit, die sich aus dem Hessischen ÖPNV-Gesetz ableitet, an den ZOV abgetreten. Hintergrund war, in einem Konzern neben den gewinnbringenden Sparten Energie-, Wasser- sowie Gasversorgung auch den Zuschuss bedürftigen Nahverkehr unterzubringen, um so unter dem Dach einer Holding Steuereffekte zu dessen Finanzierung nutzen zu können.
Nachdem in der Vorwoche 5000 Flyer "Main-Weser-Bahn im Takt" von der Druckerei abgeholt werden konnten, begann am Montag die Verteilung. Von 6 bis 8 Uhr wurden am Bahnhof Butzbach die Fahrgäste Richtung Frankfurt informiert, am Dienstag war der Bahnhof Bad Nauheim an der Reihe. Zusätzlich wurden an mehreren P&R-Anlagen zwischen Großen-Linden und Bad Nauheim Flyer verteilt.
Im Downloadbereich wurden zwei neue Dokumente abgelegt: Einmal eine Musterbeschwerde RMV im Wordformat, die Ihnen beim Verfassen einer Beschwerde helfen kann. Weiterhin finden Sie einen Hintergrundbericht zum Thema: Warum ist der Fahrplan so viel schlechter geworden?
Stefan Klöppel, Leiter ZOV-Verkehr, bestätigte uns heute die schon von der Frankfurter Rundschau genannte Fahrplanverbesserung. Danach wird der Regionalexpress Siegen - Gießen - Frankfurt um wenige Minuten früher verkehren, sodass in Friedberg und Frankfurt bessere Anschlüsse erreicht werden. Geprüft werde weiterhin, ob für Bad Nauheim und Butzbach zusätzliche RE-Halte erreicht werden können. Die ganze Email finden Sie hier.
Die Zeitungen Gießener Anzeiger und Gießener Allgemeine berichteten am 20. Mai ausführlich über unsere Initiative, ebenso die Wetterauer Zeitung. Bereits einen Tag vorher nahm sich die Butzbacher Zeitung des Themas an.
Unter der Überschrift "Kampf um den Takt" berichtete die Frankfurter Rundschau in ihrer Druckausgabe am 21. Mai über die Initiative und fragte beim RMV nach. RMV-Sprecher Peter Vollmer kündigte Verbesserungen an: Gemäß dem ersten Vorschlag von "Main-Weser-Bahn im Takt" soll der Regionalexpress Siegen - Gießen - Frankfurt beschleunigt werden, sodass zwischen Gießen und Frankfurt ein sauberer RE-Stundentakt entsteht. Weiterhin erreicht der RE dann den Taktknoten Friedberg; auch muss die S-Bahn nicht mehr in Bad Vilbel überholt werden. Weiterhin werde geprüft, ob zusätzliche RE-Halte in Butzbach und Bad Nauheim möglich sind.
Die Initiative "Main-Weser-Bahn im Takt" hatte zu einem Pressegespräch nach Gießen eingeladen. Den RedakteurInnen der Gießener Zeitungen sowie des Hessischen Rundfunks stellten die Initiatoren Franz Grolig, Jürgen Lerch und Michael Rückl die Initiative sowie deren Ziele vor. Besonders interessiert waren die Rundfunk- und Pressevertreter an den Fahrplan-Verbesserungsvorschlägen.

Links: Jürgen Lerch stellt den Pressevertretern Vorschläge zur Fahrplanverbesserung vor. Rechts: Michael Rückl im Interview mit Klaus Pradella vom Hessischen Rundfunk
An weitere Zeitungen von Marburg bis Bad Vilbel wurde eine Presseerklärung verschickt. Der Druck des Flyers wurde in Auftrag gegeben.
Im Downloadbereich wurde der Flyer "Main-Weser-Bahn im Takt" eingestellt. Der Flyer soll noch in dieser Woche in Druck gehen und anschließend an mehreren Bahnhöfen in Mittelhessen verteilt werden. Weiterhin sind im Downloadbereich die Grafiken "Verschlechterungen seit Fahrplanwechsel 2009/2010" sowie Grafiken mit Verbesserungsvorschlägen neu eingestellt.
Der Fahrplanwechsel im Dezember 2009 hat den Fahrgästen in Mittelhessen ein größtenteils schlechteres Nahverkehrsangebot beschert. Tag für Tag bedeutet das nun: Längere Fahrtzeiten, weg gefallene Verbindungen und Halte sowie schlechtere bzw. aus dem Takt geratene Anschlüsse. Für die Region Mittelhessen ist das ein klarer Rückschritt in Sachen umweltfreundlicher Mobilität.
Vor diesem Hintergrund ist die Initiative "Main-Weser-Bahn im Takt" entstanden. Sie wird von zahlreichen Organisationen unterstützt und hat das klare Ziel, über öffentlichen Druck wieder einen besseren Fahrplan auf die Schiene zu bringen. Hier möchten wir Sie in Zukunft über unsere aktuellen Schritte informieren.
Eine Initiative von Fahrgästen für Fahrgäste