 |
 | |
17. Mai 1999 - Rhein-Main
Pro Bahn & Bus zum Fahrplanwechsel im Kreis Offenbach
Verbesserungen bei den Stadtverkehren / Kritik am Waldseebus
(Offenbach) Am 30. Mai 1999 ist Fahrplanwechsel. Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus ist mit den Weiterentwicklungen im Kreis Offenbach zufrieden. In diesem Jahr sind zwei Projekte aus Fahrgastsicht positiv hervorzuheben.
1. Stadtbus Langen/Egelsbach
"Die Neuerungen beim Stadtbus Langen/Egelsbach bieten erstmals die Möglichkeit in Langen zeitnah auf die S-Bahn von/nach Darmstadt sowie die Regionalexpreßzüge umzusteigen", sagt der Regionalvorsitzende Gernot Hornik. Bislang wurde lediglich die S-Bahn von/nach Frankfurt erreicht. Die neukonzipierte Linie 203 mit einem lupenreinen 30-Minuten-Takt wird nach Ansicht des Verbandes zu deutlichen Fahrgastzuwächsen führen. Auch die wesentlich bessere Berücksichtigung des innerörtlichen Verkehrs vom Bahnhof ins Gewerbegebiet Egelsbach lobt Pro Bahn & Bus.
2. Regionalexpreß-Halte in Hainstadt
Eine weitere Angebotlücke wird mit dem Halt aller Regionalexpreß-Züge der Odenwaldbahn in Hainstadt geschlossen. Bislang gab am Nachmittag keine schnellen Fahrtmöglichkeiten von Hainstadt nach Frankfurt.
Anruf-Sammeltaxi Dreieich
Beim Stadtverkehr in Dreieich hatte sich Pro Bahn & Bus eine Erweiterung des Busangebotes in den Abendstunden gewünscht. "Es erreichten uns Beschwerden, daß Fahrgäste wegen Überfüllung des Anruf-Sammeltaxis am Freitag- oder Samstagabend nicht mitgenommen wurden und zu Fuß nach Hause gehen mußten. Wenn ein Fahrtangebot gemacht wird, müssen auch ausreichende Fahrzeugkapazitäten verfügbar sein", sagt Gernot Hornik.
Waldseebus
Die Ausweitung der Bedienungszeiträume - schon im Mai bis zum Saisonende im September - bewertet Pro Bahn & Bus positiv. Die Waldseebuskonzeption insgesamt hält der Fahrgastverband in diesem Jahr allerdings für verbesserungswürdig. "Die Beschränkung der Fahrten auf >gutes Wetter< ist eine deutliche Einschränkung gegenüber dem Vorjahr und völlig unpraktikabel", stellt der Regionalvorsitzende Gernot Hornik fest. Da eine genaue Wettervorhersage bei der frühzeitigen Festlegung der Betriebstage nicht möglich ist, hält Pro Bahn & Bus eine Rückkehr zur bisherigen Regelung für sinnvoll.
Die Einrichtung von zwei Haltestellen im Gewerbegebiet Buchschlag bei den Rückfahrten vom Waldsee zum S-Bahnhof Buchschlag ist für den Fahrgastverband nicht nachvollziehbar. "Mögliche Umsteiger vom Pkw auf den Waldseebus aus Dreieich können den bestehen Park&Ride-Platz nutzen. Aus Richtung Mörfelden wird wohl kaum jemand mit dem Auto am Waldsee vorbei nach Buchschlag ins Gewerbegebiet fahren, zum Bahnhof laufen und dann mit dem Bus zum Badesee fahren", sagt Gernot Hornik. Die zusätzlichen Haltestellen hält er für überflüssig. "Ein 30-Minuten-Takt ist für ein P&R-Angebot nicht ausreichend".
Die günstigen Rückfahrttarife für Fahrgäste, die mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, lobt der Verband dagegen ausdrücklich. Fahrgäste die nur den Waldseebus nutzen, können ebenfalls preiswerte Tageskarten kaufen. Pro Bahn & Bus wünscht, daß der Bus zu einer dauerhaften Einrichtung für die Badeseebesucher wird.
Dreieichbahn
Auf die Weiterentwicklung der Dreieichbahn legt Pro Bahn & Bus auch in diesem Jahr besonderen Wert, da mit weiteren Verzögerungen gerechnet wird. Die in Aussicht gestellten neuen Triebwagen werden nach Informationen des Vereins auch in 1999 nicht zum Einsatz kommen. Es ist noch nicht einmal entschieden, welches Fahrzeug fahren soll. Für den Fahrgastverband ist es besonders wichtig, daß die neuen Fahrzeuge spurtstärker sind, damit das Umsteigen in Dreieich-Buchschlag sicherer wird.
Kritisch sieht Pro Bahn & Bus weiterhin die Rolle von Deutschen Bahn AG als Betreiberin der Dreieichbahn. Die Vorschläge der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach und der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation für einen besseren Betriebsablauf waren von der DB abgelehnt worden.
|
|
|
|
|