2. April 1999 - Hessen

Streichung von ICE-Halten in Hanau und Fulda kritisiert
Pro Bahn & Bus fordert intelligentere Planung


(Lauterbach) Die Streichung von ICE-Systemhalten in Hanau und Fulda stößt beim Fahrgastverband Pro Bahn & Bus auf erhebliche Kritik. "Fernzughalte sind ein fester Bestandteil des öffentlichen Verkehrs und dürfen nicht wegen Routinearbeiten zur Gleisunterhaltung zur Disposition gestellt werden" sagt die Vorsitzende Petra Becker. Der Fahrgastverband fordert stattdessen eine dauerhaft gesicherte Bedienung der Halte in Hanau und Fulda, wobei Hanau künftig stündlich in den ICE-Verkehr einbezogen werden muß.

Die betroffenen Kommunen sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der sich um eine Integration von Nah-, Regional- und Fernverkehr bemüht, wurden seitens der DB AG offenbar nur schleppend informiert.
"Die Planung des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, die früher schon um Weihnachten "stand", zieht sich seit den letzten Jahren immer weiter ins Frühjahr. Dies belastet nicht nur die vom Fernverkehr abhängige Planung der Regionalzüge und Nahverkehrsbusse sondern macht Fahrplanveröffentlichungen (DB-Kursbuch bzw. Fahrplanbücher) zunehmend unzuverlässig, da viele Änderungen erst nach Redaktionsschluß bekannt werden."

Pro Bahn & Bus fordert eine grundlegende Neuorientierung der Fernzugplanung, die sich endlich als fester Bestandteil des gesamten öffentlichen Verkehrs verstehen und in das Gefüge eines "Integralen Taktfahrplans" einordnen muß. Dazu zählt selbstverständlich auch, daß künftig nicht mehr jede Routinearbeit am Gleiskörper den Fahrplan sprengen und zum Abhängen ganzer Regionen führen darf. Hierzu muß die Leistungsfähigkeit der Strecken und Knotenbahnhöfe, das Netz also, deutlich erhöht werden, um ausreichende Fahrzeitreserven zu schaffen, die im Verspätungsfall mobilisiert werden können. Dies würde im übrigen auch das permanente Problem der Verspätungen und deren Übertragung auf die Anschlußverbindungen lösen.

"Aus Fahrgastsicht sollen sich alle Teile des DB-Konzerns künftig auf das zentrale Ziel konzentrieren: Die Züge müssen pünktlich und zu anschlußfreundlichen Zeiten in den Knotenbahnhöfen eintreffen. Dies gilt für Fern- und Nahverkehr gleichermaßen, denn beide sind aufeinander angewiesen", so Petra Becker.