22. März 1999 - Hessen

Vogelsbergbahn-Ausbau: Fahrgastverband fordert kronkrete Planungen

(Lauterbach) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus begrüßt den angekündigten Ausbau der Vogelsbergbahn Gießen - Fulda. Eine dringend erforderliche Modernisierung der Signalanlagen und die Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit von 90 auf 140 km/h reichen jedoch nicht aus.
"Von wesentlicher Bedeutung ist eine verbesserte Betriebsdurchführung. Dazu gehört vor allem die Einrichtung zusätzlicher Zugbegegnungenmöglichkeiten auf eingleisigen Strecke und die Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte", sagt die Pro Bahn & Bus Vorsitzende Petra Becker.

Der Verband fordert die Einrichtung zusätzlicher Bahnhaltepunkte in Gießen (Ebelstraße), Gießen-Rödgen und Reiskirchen-Lindenstruth. Der Haltepunkte Renzendorf soll nach Schwalmtal-Brauerschwend verlegt werden. Zusätzliche Kreuzungsmöglichkeiten sind in Gießen-Rödgen, Reiskirchen-Saasen, Mücke, Romrod-Zell und Schwalmtal-Renzendorf zu schaffen, damit mögliche Verspätungen besser als heute minimiert werden können.
Zur Fahrgastinformation ist zudem generell die Installation von Zugzielanzeigern an allen Bahnhöfen, als Ersatz für die Lautsprecherdurchsagen der Fahrdienstleiter, notwendig.

Von den noch weiter auszugestaltenden Plänen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes erhofft Pro Bahn & Bus, neben deutlichen Fahrzeitverkürzungen und einer generellen Durchbindung von Fulda nach Koblenz, bei den Regionalexpreß-Zügen auch eine bessere Einbindung der Vogelsbergbahn in die Schienennetzknoten Fulda und Gießen. "Kürzere Reisezeiten dürfen sich nicht nur auf der Strecke selbst bemerkbar machen. Sie müssen eine Netzwirkung für Umsteiger entfalten."

"Die Fahrgäste erwarten auf der Vogelsbergbahn außerdem nicht erst in fünf oder sechs Jahren einen neuen zeitgemäßen Fuhrpark. Angesichts der uralten Wagen, stellt sich macher Beobacher bereits die Frage, ob neben den üblichen Fahrpreiserhöhungen vielleicht auch bald ein Zuschlag für Museumszüge zu zahlen ist," so Petra Becker.