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21. März 1999 - Hessen
Regierungswechsel in Hessen:
Pro Bahn & Bus setzt auf Weiterentwicklung im ÖV
(Lauterbach) Die Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und FDP in Hessen erlaubt eine erste Sicht auf die Entwicklung des Öffentlichen Verkehrs (ÖV) der kommenden vier Jahre.
Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus bedauert, daß Mittel, die bislang für ÖPNV vorgesehen waren, in den Straßenbau investiert werden. Mehrfach ist in den Vereinbarungen zu lesen, daß Bahnen und Busse eine Entlastungsfunktion in den Ballungszentren wahrnehmen sollen. Hier vermißt der Verband eine Perspektive für den Nahverkehr in der Region.
Hoffnung läßt dagegen die Passage in den Vereinbarungen aufkommen, wonach das hessische ÖPNV-Gesetz überarbeitet werden soll. Pro Bahn & Bus hat seit Beginn der Regionalisierung im Schienenpersonennahverkehr wiederholt auf Unzulänglichkeiten des hessischen ÖPNV-Gesetzes hingewiesen. Die weitreichende Delegation der finanziellen und planerischen Verantwortung an Städte und Kreise bemängelt der Verband ebenso wie das Fehlen einer verbindlichen landesweiten Schienen- und Regionalbusnetz-Planung, wie in Rheinland-Pfalz.
"Wir erwarten, daß die neue Landesregierung alle begonnenen und konkret geplanten Projekte fortführt", sagt die Pro Bahn & Bus Vorsitzende, Petra Becker, und mahnt damit beispielsweise den Ausbau der heute nur im Freizeitverkehr bedienten Bahnlinie Wiesbaden - Bad Schwalbach zur modernen Stadtbahn an.
Pro Bahn & Bus ist der Meinung, daß das Großprojekt "Frankfurt 21" (die weitgehende Verlegung des Frankfurter Hauptbahnhofes unter die Erde) bezüglich seiner verkehrlichen Wirkung für das Rhein-Main-Gebiet und Hessen im Zuge der RMV-Schienennetzplanung zu untersuchen und anschließend zu entscheiden ist.
Um den Begriff "Integraler Taktfahrplan" mit Leben zu erfüllen, ist die Schaffung moderner Umsteigestationen zwischen Schienenstrecken und zwischen Schienen- und Buslinien nötig. Knotenbahnhöfe mit veralteter Signaltechnik lassen die anvisierte maximale Umsteigezeit von 15 Minuten häufig zur Farce werden.
Pro Bahn & Bus regt an, die in Hessen begonnene Vergabe von Schienenverkehrsleistungen fortzuführen. Dabei muß die Ausschreibung als gerechtes Instrument der Vergabe eingeführt werden, um der Ex-Staatsbahn und den anderen Eisenbahnverkehrsunternehmen gleiche Chancen einzuräumen. In Hessen sind in den letzten Jahren drei Linien von der Deutschen Bahn AG in die Hände der Hessischen Landesbahn ohne Ausschreibung übergegangen.
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