18. Januar 1999 - Mittelhessen/Rhein-Main

Pro Bahn & Bus: Bahnhof auf der grünen Wiese wird kein Erfolg
Stattdessen bestehende Bahnlinien ausbauen


(Butzbach) Kritisch steht der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus den Vorstellungen der Wetterauer CDU gegenüber, zwischen Bad Nauheim und Butzbach einen zusätzlichen Bahnhof mit Anschluss an die A5 und B3 zu bauen. Nach Einschätzung des Verbandssprechers Jürgen Lerch würde ein Bahnhof "auf der grünen Wiese" bei den Autofahrern nicht auf genügend Interesse stoßen. "Wer erst einmal im Auto sitzt und auf der Autobahn unterwegs ist, steigt nicht 40 Kilometer vor Frankfurt nochmal auf die Bahn um. Benutzer der B3 können auch in den Bahnhöfen Butzbach und Bad Nauheim in die Bahn steigen, wo genug P&R-Parkplätze vorhanden sind" stellt Lerch fest. "Ausserdem würden die Züge durch den zusätzlichen Halt langsamer und damit für die Fahrgäste weniger attraktiv".

Eine S-Bahn-Verlängerung über Friedberg hinaus kommt für den Fahrgastverband ebenfalls nicht in Frage. "Heute ist man mit der S-Bahn von Friedberg nach Frankfurt über 40 Minuten unterwegs, während ein Regionalexpress nur 20 Minuten benötigt. Welcher Fahrgast wird sich eine solche Zuckelei mit der S-Bahn zumuten?" fragt Lerch und verweist ausserdem auf die hohen Investitionskosten von S-Bahn-Linien.

Der Verband fordert stattdessen einen durchgehenden Halbstundentakt der Regionalbahnen zwischen Gießen und Friedberg mit guten Anschlüssen an die schnellen Züge nach Frankfurt sowie die Neueinrichtung von Stadtexpress-Halten in Butzbach, Groß-Karben und Bad Vilbel.

Wie die CDU sieht es auch Pro Bahn & Bus für notwendig an, die Anbindung des nordöstlichen Wetteraukreises zu verbessern. "Die Bahnlinien Hungen - Friedberg und Nidda - Friedberg müssen auf den Stand der Zeit ausgebaut werden. Neben einer Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit auf 80 bis 100 km/h werden vor allem spurtstarke Fahrzeuge benötigt, um den Bürgern einen attraktiven Öffentlichen Verkehr bieten zu können".