6. Dezember 1998 - Mittelhessen/Osthessen

Chaotische Zustände am Samstag (05.12.98) auf der Vogelsbergbahn
Pro Bahn & Bus: Interne Kommunikation bei der DB AG muß verbessert werden


(Pohlheim/Lauterbach) In der vergangenen Woche war die Vogelsbergstrecke Gießen - Alsfeld - Fulda zwischen Großen-Buseck und Reiskirchen voll gesperrt. Von Montag bis Freitag verkehrten Ersatzbusse zwischen Großen-Buseck und Reiskirchen. Im Abschnitt Gießen - Großen-Buseck galt ein Sonderfahrplan.

Nachdem die Deutsche Bahn AG auf weiten Streckenteilen die Sperrung erst am Freitagnachmittag der Vorwoche bekanntgab, ärgerten sich viele Fahrgäste über mangelnde Informationen. Durch den Schienenersatzverkehr gab es Verspätungen auf den Fahrten nach Gießen von bis 20 Minuten.

Am Samstag sollten die Züge zwischen Gießen und Fulda dann wieder planmäßig rollen. Doch die Bauarbeiten waren noch nicht beendet. Fahrgäste aus Gießen sagten gegenüber Pro Bahn & Bus, daß am Samstagmorgen in Großen-Buseck zunächst keine Ersatzbusse bereitstanden und niemand wußte, ob die Fahrt fortgesetzt würde. Der Zugverkehr war bis in den späten Nachmittag hinein auf der gesamten Vogelsbergbahn bis zu 40 Minuten verspätet. Nach der Wiederaufnahme des Schienenverkehrs zwischen Großen-Buseck und Reiskirchen benötigten die Regionalbahnen 10 statt 4 Minuten Fahrzeit zwischen den beiden Stationen. Signalanlagen, die nicht in Betrieb waren, verschärften die Situation zusätzlich.

Die Bahnkunden äußerten großes Unverständnis über die unkoordinierten Zustände. In Lauterbach standen um 12.00 Uhr über 150 Menschen am Bahnsteig, die von Gießen nach Fulda unterwegs waren. Sie benötigten statt 2 fast 4 Stunden für die Reise auf der Vogelsbergbahn.

"Die Sanierung der Gleise ist eigentlich ein positives Zeichen, die Fahrgäste haben dafür in aller Regel Verständnis. Bauarbeiten fallen ja nicht einfach vom Himmel, sondern werden Monate vorher geplant. Offensichtlich sind aber die verschiedenen Geschäftsbereiche nicht willens oder in der Lage, die erforderlichen Maßnahmen zu koordinieren", beklagt Joachim Elbing, Vorsitzender von Pro Bahn & Bus Mittelhessen.
Der Fahrgastverband fordert den Vorstand der Bahn AG auf, die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Geschäftsbereichen und die Information der Reisenden dringend zu verbessern. "Ein solch krasser Fall, wie am vergangen Samstag, darf bei einem so großen und erfahrenen Verkehrsanbieter nicht vorkommen."