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9. September 1998 - Osthessen
Fragwürdige Stadtbuskonzeption
Soll der Busverkehr in Lauterbach ausgedünnt werden?
(Lauterbach) Auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses in Lauterbach (09.09.98) stand die Zukunft des Busverkehrs in der Kreisstadt auf der Tagesordnung. Ein örtlicher Busunternehmer erläuterte „sein" kostengünstiges Stadtbuskonzept.
Die Konzeption besteht ausschließlich auf Streichungen von Busverbindungen in der Kernstadt und den Stadtteilen. So sollen von derzeit 10 Stadtbuskursen werktags künftig nur noch 6 verkehren, samstags nur noch 3 statt bisher 5 Kurse. Auch die Stadtteile Wernges, Maar, Reuters, Rimlos, Heblos, Sickendorf, Allmenrod und Frischborn sollen nach Vorstellungen des Busunternehmers schlechter bedient werden. Die letzte Fahrtmöglichkeit in die genannten Stadtteile (außer Frischborn) besteht dann montags bis freitags um 13.20 Uhr, samstags sollen die Verbindung gänzlich entfallen.
Durch dieses "Streichkonzert" will der Unternehmer die entstehenden Defizite von derzeit ca. 120.000 DM/Jahr reduzieren. Bisher werden die Unterdeckung für die Kernstadt von der Stadt Lauterbach getragen, für die Stadtteile zahlt der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).
Der gemeinnützige Fahrgastverband Pro Bahn & Bus gibt seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß ein Busunternehmen seinen Auftraggebern (VogelsBerger Verkehrsgesellschaft (VBV) und Kreisstadt Lauterbach) vorschlägt bei ihm Leistungen abzubestellen.
Im Gegensatz zur Rathausführung fragte Pro Bahn & Bus am Tag vor der Sitzung noch einmal bei der VBV nach, ob Fördermittel des Landes Hessen und des Bundes für ein modernes Bussystem in Lauterbach abrufbar wären. VBV-Geschäftsführer Armin Klein äußerte gegenüber dem Verband die grundsätzliche Bereitschaft, ein Stadtbus-Modellprojekt mit hoher Föderquote zu bezuschussen.
Die Übermittlung dieser sicherlich erfreulichen und wichtigen Information an die Mitglieder des tagenden Ausschusses durch Pro Bahn & Bus - Vertreter Stefan Sitzmann war jedoch nicht möglich, da ein entsprechender Redebeitrag auf Anraten von Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller mehrheitlich abgelehnt wurde.
Der Fahrgastverband fragt sich daher, weshalb ein zukunftsweisendes Projekt im Öffentlichen Nahverkehr, das eine Erhöhung der Lebensqualität zum Ziel hat, in Lauterbach so kategorisch abgelehnt wird, obgleich eine Auslotung sämtlicher Zuschußmöglichkeiten bis zum heutigen Tage noch nicht stattgefunden hat.
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