 |
 | |
20. Juli 1998 - Hessen
Pro Bahn & Bus gegen Kürzungen im Fernverkehr
Aufgabenträgerschaft des Bundes angemahnt
(Lauterbach) Der hessische Fahrgastverband Pro Bahn & Bus spricht sich gegen Kürzungen im Fernverkehr der Deutschen Bahn aus. Eine Verbesserung des Wirtschaftsergebnisses ist zwar dringend erforderlich; die Erfahrung von vier Jahrzehnten Bundesbahn hat aber gezeigt, daß Rückwärtsstrategien dazu nicht taugen.
Die von der DB geforderte bessere Koordination von Nah- und Fernverkehr wird begrüßt. Unverständlich ist dagegen, warum Koordination mit Streichung gleichgesetzt wird.
Koordination bedeutet für Pro Bahn & Bus, endlich den Integralen Taktfahrplan flächendeckend einzuführen. Letztlich ist auch nicht entscheidend, ob ein Zug vom DB-Geschäftsbereich Nahverkehr, Fernverkehr oder einer privaten Bahngesellschaft gefahren wird. Kritisch wird es erst, wenn mit dem Wechsel der Zuggattung eine Verschiebung der finanziellen Verantwortung verbunden ist.
Dazu Pro Bahn & Bus - Vorsitzende Sabine Berger: "Nahverkehr ist Ländersache, Fernverkehr ist Bundessache. Die Länder bestellen Verkehrsleistungen bei der Bahn und in zunehmendem Maß auch bei Privatbahnen. Der Bund tut dies nicht, sondern schiebt alle Verantwortung auf das Unternehmen Bahn. So wie der Bund mit den Bundesfernstraßen ein übergeordnetes Straßennetz aufrechterhält, muß er auch die Verantwortung für ein überregionales Fernzugnetz wahrnehmen. Es kann nicht sein, daß der Bund aus der ehemaligen Staatsbahn ein Privatunternehmen mit Lizenz zum Rosinenpicken macht und die gemeinwirtschaftlichen Aufgaben den Ländern zukommen läßt."
Auch hat die Ausschreibung der Verkehrsleistungen in den Ländern zumindest in einigen Regionen für einen erfischenden Wettbewerb gesorgt. Diese Chance kann auf das Fernzugnetz übertragen werden, wenn der Bund die Leistungen ebenfalls ausschreibt.
Pro Bahn & Bus sieht einen Teil der Probleme im DB-Fernverkehr als hausgemacht an. So ist das Preisniveau ungeachtet stagnierender Benzinpreise und eher sinkender Flugtarife kontinuierlich angestiegen. Sparangebote sind häufig so kompliziert, daß sie kaum wahrgenommen werden.
|
|
|
|
|