(Hochtaunuskreis) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus ist mit einem
Teil der Fahrplanänderungen im Busnetz des Hochtaunuskreises nicht zu
frieden und fordert an einigen Stellen massive Nachbesserungen.
Der Verband unterstützt die vom Verkehrsverband Hochtaunus (VHT)
vorgenommenen Änderungen größtenteils. Seit der letzten grundlegenden
Umstellung des ÖPNV mit Inbetriebnahme der modernisierten Taunusbahn im
Jahr 1993 hatte es keine wesentlichen Weiterentwicklungen im Hochtaunus-ÖPNV gegeben.
"Der Verzicht auf schwach nachgefragte Busangebote an den Wochenende im nördlichen
Kreisgebiet und die Einführung von Rufbusangeboten abends und am
Wochenende begrüßen wir ausdrücklich", sagt Regionalleiter Gernot
Hornik. Fünf Punkte möchte der Verband allerdings vordringlich und kurzfristig geändert
sehen.
Buslinie 50 grundlegend überarbeiten
Eine grundlegende Überarbeitung des Fahrplans der Buslinie 50 Grävenwiesbach -
Schmitten - Oberursel - Bad Homburg hält Pro Bahn & Bus für dringend geboten.
"Die Anschlüsse abends und am Wochenende an der U-Bahn-Station
Oberursel-Hohemark sind mit rd. 15 Minuten äußerst kundenfeindlich.
Wir plädieren daher für eine geänderte Taktlage der Linie 50, die sich am
U-Bahn-Knoten zur Minute 30 an der Hohen Mark orientiert sollte."
Der Fahrweg der Buslinie 50 mit Anbindung der Bad Homburger Innenstadt
nur aus Richtung Grävenwiesbach wird nicht grundsätzlich abgelehnt.
"Ein Verzicht auf die Anbindung der Innenstadt bei den
Fahrten in Richtung Grävenwiesbach macht allerdings nur Sinn, wenn die
Wendezeit der Linie 50 am Bad Homburger Bahnhof auf maximal 8 Minuten
begrenzt wird." Derzeit sind es 25 Minuten.
Der Verzicht auf den südlichen Teil der Buslinie 503 führt zu
erheblichen Fahrzeitverlängerungen aus Seelenberg, Niederreifenberg
und Oberreifenberg in Richtung Oberursel/Frankfurt/Bad Homburg.
Mit dem Wegfall des direkten
Fahrweges über die Siegfriedstraße von Oberreifenberg zum Sandplacken
und mangelhaften U-Bahn-Anschlüssen ergeben sich Reisezeiten von Oberreifenberg
bis zur Abfahrt der U-Bahn an der Hohen Mark in Richtung Frankfurt von bis zu
57 (!) Minuten (bei zwölf Kilometern Straßenentfernung).
Pro Bahn & Bus fordert daher die direkte Verbindung über die Siegfriedstraße
wiederherzustellen. Eine solche Buslinie muss nicht zwingend bis zur Hohen
Mark fahren, sondern könnte bis zum Sandplacken mit Anschluss an die Linie 50
verkehren.
Mehr Busse für Neu-Anspach
"Das Fahrtangebot in zwischen Neu-Anspach und Schmitten montags bis freitags
tagsüber entspricht nicht den Wünschen der Kunden. Der vollständige Verzicht
auf Busangebote außerhalb der Schulzeit benachteiligt die Einwohner der
abseits der Bahn gelegenen Gebiete von Neu-Anspach erheblich."
Da die Linie 60 neben der Bahnhofsanbindung auch eine nicht
unbeachtliche innerstädtische Verbindung darstellt, fordert Pro Bahn &
Bus die Umstellung des Fahrtangebotes montags bis freitags von Betriebsbeginn
bis ca. 20.00 Uhr auf Busverkehr.
Treisberg besser anbinden
Die Anbindung des Schmittener Ortsteils Treisberg im Freizeitverkehr
hat sich mit dem neuen Fahrplan für mobilitätseingeschränkte Personen
(beispielsweise mit Gehwagen, Kinderwagen oder Schlitten) massiv
verschlechtert. Da im Anruf-Sammeltaxi (AST) nicht ausreichend Platz zur
Mitnahme entsprechender Gerätschaften vorhanden ist und auch Wandergruppen
wegen des stark reduzierten Sitzplatzangebotes Treisberg nicht mehr erreichen
können, plädiert der Fahrgastverband für eine tägliche Busanbindung
im Freizeitverkehr. "Dabei sollte das frühere Angebot mindestens aufrecht
erhalten werden. Optimal ist aus unserer Sicht ein Anbindung im 2-Stunden-Takt
zwischen 10.00 und 18.00 Uhr", sagt Gernot Hornik.
Fahrplanaushang an den Haltestellen
Die Fahrpläne sind an den Haltestellen größtenteils nicht lesbar, weil
die Schrift zu klein ist. Pro Bahn & Bus fordert daher eine
Layout-Anpassung auf das Format der Stadtwerke Kronberg oder der
Hessischen Landesbahn.