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16. Dezember 2006 - Mittelhessen
Die S-Bahn in Zürich macht es vor:
Der Mittelhessen-Express könnte auch mit Doppelstockzügen fahren
(Mittelhessen) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus unterstützt die Idee des "Mittelhessen-Express" mit den häufigen Direktverbindungen aus dem Lahn-Dill-Kreis und dem Marburger Land nach Frankfurt. Leider zeigen sich bei der Umsetzung des Konzepts erhebliche Mängel, wie zahlreiche Fahrgastbeschwerden und Testfahrten von Mitgliedern des Verbandes ergaben.
"Verbesserungsbedürftig sind vor allem die Fahrzeuge. Die Sitze sind viel zu hart, Armlehnen sowie Kopfstützen fehlen und für Gepäck gibt es oft keine Ablagen. Die Federung des Fahrzeugs selbst ist eher >sportlich< und die Abfallbehälter klappern im Rhythmus mit. Der Ein-/Ausstieg an niedrigen Bahnsteigen ist für Ältere und Gehbehinderte wegen einer fehlenden ausfahrbaren Trittstufe erschwert. Man kann den Unmut der Fahrgäste verstehen, die trotz schlechtem Fahrzeug für diese >Leistung< fast 6 % mehr bezahlen müssen", sagt der Verbandsvorsitzende Michael Laux.
Damit einher geht auf der Strecke Friedberg - Gießen auch ein Abbau des Regionalbahnverkehrs. Verkehrten früher in 2 Stunden drei Regionalbahnen zwischen Friedberg und Gießen, sind es jetzt nur noch zwei. So besteht zwischen Butzbach und Langgöns oder Großen-Linden nur noch eine Fahrmöglichkeit pro Stunde. "Ebenso bleibt fraglich, warum die Regionalexpress-Züge von Frankfurt nach Siegen nicht mehr in Butzbach halten, aber in Langgöns und Großen-Linden einen Stopp einlegen."
Nach Auffassung des Fahrgastverbandes sollten sich der Rhein-Main-Verkehrsverbund und die Deutsche Bahn noch einmal über den Fahrzeugeinsatz beraten. "Dieser Fahrzeugtyp wurde nach massiven Fahrgastbeschwerden in einigen deutschen Regionen bereits wieder durch ältere, aber komfortablere Wagenzüge ersetzt."
Schnell und kostengünstig könnten nach Meinung von Pro Bahn & Bus die vorhandenen Doppelstockgarnituren mit automatischen Kupplungen versehen werden. Nur am Steuerwagen und an der Lok angebracht, wäre damit genauso schnelles Kuppeln wie mit den ungeliebten einstöckigen Elektrotriebwagen möglich. "In der Schweiz funktioniert so die S-Bahn in Zürich hervorragend, ebenso der Regionalverkehr in Rom", sagt Michael Laux. Allerdings müsste der RMV darüber beraten, welches Verkehrsunternehmen in Zukunft den Mittelhessen-Express betreiben wird. Nur dann kann die Deutsche Bahn oder eine andere Bahngesellschaft umgehend mit der Umrüstung geeigneter Züge beginnen. Als Sofortmaßnahme fordert Pro Bahn & Bus, alle verfügbaren Triebwagen in den Pendlerzügen einzusetzen. "Stehplätze sind im Regionalverkehr keine Dauerlösung!"
Verständnis zeigt der Fahrgastverband dagegen für die kurze Wartezeit beim Kuppelvorgang in Gießen. Hier gilt "Sicherheit zuerst".
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