16. November 2006 - Mittelhessen

Pro Bahn & Bus sieht im Mittelhessen-Express gute Chancen

(Mittelhessen) Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2006 wird der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) unter dem Slogan "Mittelhessen bekommt Flügel" sein Mittelhessen-Konzept umsetzen. Es wird die Städte Treysa, Marburg, Dillenburg und Wetzlar sowie alle Zwischenstationen über Gießen und Friedberg direkt mit dem Frankfurter Hauptbahnhof verbinden. Kernstück des neuen Angebotes wird der "Mittelhessen-Express" sein, der künftig stündlich die neuen Endhalte in Dillenburg und Treysa verlässt, in Gießen zu einem Zug gekuppelt wird und dann als Stadtexpress mit Halten in Butzbach, Bad Nauheim, Friedberg und Frankfurt West zum Frankfurter Hauptbahnhof fährt.

Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus betrachtet das neue Fahrplankonzept als entscheidende Verbesserung für die kleineren Städte und Gemeinden an der Dill sowie im Gießener und Marburger Land, denn sie erhalten erstmals Direktzüge nach Frankfurt. Die Flügelzüge empfindet der Verband gerade vor dem Hintergrund knapper Kassen als deutliche Innovation, denn durch die gemeinsame Fahrt der beiden Zugteile von Gießen nach Frankfurt und zurück werden Personal- und Trassenkosten gespart. "Solche Flügelzüge werden von engagierten Fahrgästen auch für andere Strecken seit langem gefordert", sagt Michael Laux, Vorsitzender von Pro Bahn & Bus.

Leider geht das Fahrplankonzept zu Lasten der seit ca. 10 Jahren angebotenen und gut nachgefragten Direktzüge aus dem Lahn-Dill-Kreis nach Marburg und weiter nach Kassel. Wenn diese schon zugunsten der sicher noch stärker nachgefragten Züge Richtung Frankfurt entfallen müssen, so hätten die Fahrplangestalter wenigstens auf kurze Umsteigezeiten in Gießen achten müssen. Das ist leider nicht der Fall.

"Pro Bahn & Bus ist sich sicher, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die im Vorfeld geäußerte Kritik an den Fahrzeugen zum Anlass nimmt, bei der anstehenden Ausschreibung der Verkehrsleistungen Qualitätsmerkmale wie Sitzkomfort, Toilettenzahl und Begleitung durch Personal festzuschreiben. Beispielsweise zwischen Limburg und Frankfurt wurden diese Dinge bereits vertraglich zum Wohl der Fahrgäste geregelt."