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19. Juni 2005 - Hessen
RMV-Preiserhöhung:
Fahrgastverband wünscht gerechte Verbundtarife
(Lauterbach/Weilburg) Am 14.06.2005 nannte der Rhein-Main-Verkehrsverbund Einzelheiten zur geplanten neuerlichen Tarifanhebung. Demnach steigen die Preise im Dezember 2005 um 2,5 Prozent. Für den Fahrgastverband Pro Bahn & Bus ist die Schmerzgrenze beim Preis mancher Verbindungen und Fahrscheinarten schon lange überschritten. Zwar verkauft der RMV nach Ansicht des Vorsitzenden, Michael Laux, einen Teil seiner Verkehrsleistungen relativ preisgünstig, zum Beispiel im Rahmen der Semester- und Jobtickets oder bei den Kombitickets für Veranstaltungen. Dagegen gehören Gelegenheitskunden in kurzen und mittleren Entfernungsbereichen schon seit Gründung des Verkehrsverbundes vor 10 Jahren zu den Verlierern. "Gerade da, wo der Sprung zwischen der derzeit 3,30 Euro teuren Tarifstufe 4 und der mit 6,15 Euro fast doppelt so teuren Tarifstufe 5 wirksam wird."
Zwei aktuelle Beispiele rund um die Hessentagsstadt Weilburg zeigen gravierende Unterschiede und ein teilweise erschreckend hohes Preisniveau im Einzelkartenbereich. So kosten die 23 Kilometer von Wetzlar nach Weilburg 6,15 Euro (Preisstufe 5), was einem Kilometerpreis von fast 27 Cent entspricht. Dagegen können die 29 Kilometer von Limburg in die Hessentagsstadt zum Preis von 3,30 Euro zurückgelegt werden. Dies entspricht einem Kilometerpreis von gut 11 Cent. Hier kommt - offenbar von der Kreispolitik gewünscht - die günstige Tarifstufe 4 zur Anwendung. Wer aus dem 156 Kilometer von Weilburg entfernten Gersfeld anreist, bezahlt übrigens 11,60 Euro und somit etwa 7,4 Cent pro Kilometer.
Michael Laux wünscht sich im zehnten Verbundjahr eine Weiterentwicklung des RMV-Preissystems. "Vor allem weniger schmerzhafte Sprünge zwischen einzelnen Tarifstufen sowie einen gleichmäßigeren und gerechteren Zuschnitt der Tarifwaben."
Als Vorbild dient für den Fahrgastverband das Preissystem des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV). "Mit zehn Tarifstufen statt sieben beim RMV erzielen die Nordhessen angemessene Abstufungen. Allerdings bei einem ähnlich hohen Preisniveau wie im RMV-Gebiet." Preiserhöhungen oberhalb der Inflationsrate lehnt der Fahrgastverband daher für die beiden hessischen Verkehrsverbünde ab.
Daneben soll es eine deutliche Vereinfachung bei Fahrten aus dem Verbundgebiet heraus geben. Michael Laux: "Überall an den Grenzen zu anderen Bundesländern oder zum Nordhessischen Verkehrsverbund gibt es das gleiche Bild: Menschen stehend fragend vor den Automaten und wissen nicht, wie weit sie lösen sollen und wo sie ihre Anschlusskarte erhalten." Ausreichend große Übergangstarifgebiete gibt es derzeit nur zwischen dem RMV-Tarifgebiet und Rheinhessen. Laux wünscht sich eine vergleichbare Ausweitung der Übergangstarifgebiete möglichst zu allen anderen Nachbarländern.
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