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23. Februar 2004 - Hessen
Jahreshauptversammlung des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus in Weilburg:
"Das Bahn- und Busnetz intelligenter nutzen"
(Weilburg) Die Jahreshauptversammlung des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus fand am 19. Februar 2005 in der Hessentagsstadt Weilburg statt. In der Sitzung wurde Michael Laux zum neuen Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Er übernimmt das Amt von Petra Becker, die nach sechs Jahren Amtszeit nicht erneut kandidierte. Michael Laux aus Lollar kann als Vorstandsvorsitzender der Lumdatalbahn AG bereits auf ein langjähriges ehrenamtliches Engagement in der ÖPNV-Förderung zurückblicken.
Im Anschluss an die Versammlung referierte Pro Bahn & Bus - Mitglied Christian Behrendt zum Thema "Zwischen Sparzwängen und Fahrgastinteressen - die Angebotspolitik des Rhein-Main-Verkehrsverbundes". Dabei warf er ein kritisches Licht auf das aktuelle Lohndumping beim Fahrpersonal, welches erkennbar zu Qualitätseinbußen führt, etwa beim missglückten Start des Unternehmens "WiBus" in Wiesbaden mit alten Bussen und ungeschulten Fahrern.
Außerdem wird die Frage "wie viel ÖPNV kann es für den ländlichen Raum geben" angesichts leerer Kassen immer aktueller. Aspekte der Gleichbehandlung von städtischem und ländlichem Lebensraum spielen dabei ebenso eine Rolle wie die allseits bekannte "Abwärtsspirale" aus weniger Angebot und weniger Nachfrage.
"Um diese Abwärtsspirale zu durchbrechen gilt es, die bestehenden öffentlichen Verkehrssysteme intelligent zu nutzen. So lässt sich häufig durch die einmalige Investition in einen Bahn-Haltepunkt an einer Stelle, wo die Züge heute durchfahren, die bislang zur Bedienung der entsprechenden Siedlung notwendige Buslinie verkürzen", sagte Christian Behrendt. "Der zusätzliche Bahnhalt führt nur zu geringen laufenden Mehrkosten. Die eingesparten Buskilometer wiederum können an anderer Stelle des Busnetzes zur Taktverdichtung eingesetzt werden." Als Beispiel der Region nannte er den Weilburger Stadtteil Kirschhofen, der heute aufwändig per Bus erschlossen wird, während die Bahn ohne Halt fast mitten durch den Ort fährt.
Zur intelligenten Nutzung des Bahn- und Busnetzes gehört außerdem ein optimaler Einsatz von Personal und Technik. Eine Bahnschranke muss heute nicht mehr vor Ort gekurbelt werden. Die bei der Rationalisierung des Bahnbetriebes entfallenden Arbeitsplätze sollen aber "hin zum Kunden" verlagert werden. Dies können die verantwortlichen Verkehrsverbünde erreichen, indem sie beispielsweise bei ihren Ausschreibungen die Besetzung der Züge mit Zugbegleitern vorsehen. "Leider kommt die Deutsche Bahn AG mit der erforderlichen Rationalisierung des Netzes nicht nach. Deshalb ist die Initiative des Hessischen Wirtschaftsministers zur Privatisierung bzw. Kommunalisierung regionaler Bahnstrecken zu begrüßen", sagte Michael Laux.
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