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9. Dezember 2003 - Hessen
Jahresfahrplan 2004 - Bewegung im hessischen Regionalverkehr
(Lauterbach) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus hat den ab 14. Dezember gültigen Jahresfahrplan 2004 für Hessen einer kritischen Analyse unterzogen. Positiv fällt die Inbetriebnahme von insgesamt vier Schienenstrecken auf. Dabei handelt es sich um die Verbindung Korbach - Brilon Wald im Waldeckischen Upland, wo nach mehrjähriger Sperrpause und nach Grund legender Sanierung der Schienenverkehr wieder aufgenommen wird. In Südhessen geht die S-Bahn von Offenbach nach Dietzenbach in Betrieb. Hier rollten über 20 Jahre keine Personenzüge. S-Bahnverkehr erhält auch die benachbarte Linie Offenbach - Ober Roden, wodurch das bestehende Nahverkehrsangebot erheblich verbessert wird. Ferner gehen in Frankfurt und Darmstadt zwei Straßenbahnstrecken in Betrieb, um die zuvor lange Jahre gekämpft worden war.
Zusammen mit der seit Sommer 2003 wirksamen S-Bahn-Taktverdichtung an Wochenenden hat das Frankfurter S-Bahn-System in diesem Jahr eine erhebliche Ausweitung erfahren. Dazu trägt auch die ab 14.12. wirksam werdende Verlängerung der S-Bahn-ähnlichen "Königsteiner Bahn" von Höchst nach Frankfurt Hbf bei. Bislang gab es nur einzelne Züge auf dieser erweiterten Verbindung.
Unterschiedliche Entwicklungen gibt es dagegen in den Regionen außerhalb des Rhein-Main - S-Bahn-Bereiches bzw. außerhalb der um Kassel geplanten künftigen nordhessischen Regiotram-Strecken. Positiv fällt die Ausweitung des Angebotes auf zwei Wetterauer Schienenstrecken an Wochenenden auf. Die Linie Friedberg - Hanau erhält einen Samstagsverkehr und die Lahn-Kinzig-Bahn von Gießen über Nidda und Büdingen nach Gelnhausen sogar einen Taktverkehr an Samstagen und Sonntagen. Damit kommen die für die Angebotsfinanzierung zuständigen Landkreise dem Trend nach mehr Freizeitverkehr entgegen, denn an der Lahn-Kinzig-Bahn startet u.a. der beliebte Vulkan-Radweg.
Allerdings war in der Wetterau auch die einzige Stilllegung einer Strecke im abgelaufenen Fahrplanjahr zu verzeichnen. Die Verbindung von Hungen nach Wölfersheim reißt seither eine Lücke ins Pendlernetz. Die angebotenen Ersatzbusse werden kaum akzeptiert. Nach Ansicht von Pro Bahn & Bus hat hier eine Zwangsverlagerung in den Pkw stattgefunden.
Übles erwartet die Pendler auch auf der nordhessischen Verbindung von Schwalmstadt nach Kassel. Ausgerechnet in der Hauptverkehrszeit werden mehrere Verbindungen gestrichen. Und in Borken, dem größten Unterwegsbahnhof der entfallenden Züge, hält nicht einmal ein Regionalexpress. Gerade hier sind nach Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze viele Arbeitnehmer auf die Verbindung nach Kassel oder Mittelhessen angewiesen.
Ärgerlich am neuen Fahrplan ist ferner, dass einige immer wieder angeregte kleine Verbesserungen, die ohne zusätzliche Kosten zu haben wären, noch immer auf sich warten lassen. So gelingt es auch im kommenden Fahrplan nicht, alle Züge der Vogelsbergbahn in Gießen auf die wichtigen Anschlüsse aus Richtung Frankfurt warten zu lassen. Pro Bahn & Bus beklagt hier besonders das gegenseitige Zuschieben der Verantwortlichkeiten zwischen Lokaler Nahverkehrsgesellschaft, Rhein-Main-Verkehrsverbund und Deutscher Bahn AG.
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