 |
 | |
10. November 2003 - Hessen
Pro Bahn & Bus lobt blindengerechte Zugansagen
(Lauterbach) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus freut sich, dass in den Zügen der Deutschen Bahn AG seit kurzem konsequent angesagt wird, auf welcher Seite der Bahnsteig im kommenden Bahnhof zu finden ist. Pro Bahn & Bus - Vorsitzende Petra Becker: "Wir wissen, dass die Blindenverbände sehr lange dafür gekämpft haben. Blinde oder sehbehinderte Passagiere schätzen jede akustische Information."
Dagegen breitet sich bei vielen Verkehrsbetrieben eine neue Unsitte aus: Um maximale Werbeeinnahmen zu erzielen, bekleben mehr und mehr Verkehrsunternehmen ihre Busse und Bahnen auch auf den Fensterflächen mit Folien. Die Sicht nach außen wird dadurch stark beeinträchtigt. "Sehbehinderte sind aber auf kontrastreiche und helle Bilder angewiesen, um ihre Rest-Sehfähigkeit nutzen zu können. Auch für Nicht-Sehbehinderte stellt sich durch die Folien ein unangenehmer Flimmereffekt ein." Außerdem ist der Blick von außen in den Bus nicht möglich, wodurch gerade bei älteren Fahrgästen Unsicherheiten entstehen ("finde ich noch einen Sitzplatz - oder warte ich lieber auf den nächsten Bus?")
Kritisch sieht Pro Bahn & Bus außerdem die Zielbeschilderung vieler ÖPNV-Fahrzeuge. Die Verkehrsbetriebe einschließlich der Deutschen Bahn setzen ganz auf die wartungsarmen elektronischen Matrixanzeigen. Die haben aber noch immer nicht die Qualität der alten Zielfilme erreicht, die mit einer klaren "schwarz-auf-weiß-Schrift" aufwarten konnten. "Offenbar haben die elektronischen Anzeigen auch Probleme mit dem rauen Bahnalltag. Gerade in den Zügen fallen sie häufig aus", so Petra Becker.
|
|
|
|
|