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11. Februar 2003
Rhönbahn hätte Rückgrat sein können
(Landkreis Fulda) Aus Sicht des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus e.V. war das Verkehrschaos am Sonntag rund um die Wasserkuppe, im Zusammenhang mit der "Hittour on Ice" von Hitradio FFH, vorhersehbar. "Bei einer hessenweit vermarkteten Aktion diesen Ausmaßes auf diesem exponierten Platz hätten die Veranstalter mit einer Zuschauerzahl rechnen müssen, die im Bereich der Verkehrssteuerung ein paar mehr Maßnahmen umfasst als die Einrichtung eines Pendelverkehrs und den Verweis auf das Verkehren der Rhönbahn," so Verbandssprecher Stefan Sitzmann. "Darauf zu vertrauen, dass die sonntags regulär nur im Zweistundentakt verkehrende Rhönbahn, angesichts einer Besucherzahl von 30.000, mit einer Kapazität von lediglich ca. 150 Sitzplätzen pro Zugfahrt die Situation hätte deutlich entspannen können, erscheint dem Fahrgastverband realitätsfern. Wir freuen uns ja grundsätzlich, wenn im Rundfunk auf die Nutzung des Nahverkehrs hingewiesen wird, dann sollten allerdings die entsprechenden Kapazitäten auch vorhanden sein", so Sitzmann.
Ein Verkehrskonzept für diese Veranstaltung hätte nach Auffassung des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus wesentlich weiträumiger angelegt sein müssen. Der Einsatz der Pendelbusse erst am Fusse der Wasserkuppe hat zu einer katastrophalen Verkehrssituation geführt, der letztlich auch die Pendelbus- se selbst nicht entrinnen konnten. "Der Bus steht genauso im Stau wie die Autos", meint Sitzmann. Daher wäre es besser gewesen die Autofahrer schon viel früher zum Umsteigen zu bewegen und die Straßen um die Wasserkuppe für den Buspendelverkehr freizuhalten."
Insbesondere eine kapazitiv verstärkte Rhönbahn hätte ihren Beitrag zur Entlastung bringen können. So hätten die Züge während der Veranstaltung im Stundentakt und mit mehr Platzangebot verkehren können, wenn die Veranstalter dies entsprechend bestellt hätten. Das eine solche hessenweite Aktion ohne wirksame Zusammenarbeit mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) über die Bühne geht, ist aus Sicht der Fahrgastvertretung nicht zu verstehen. "Man hätte doch sogar die Tradition des Rhönblitzes wieder aufleben lassen können, der früher in schneereichen Zeiten von Darmstadt über Frankfurt direkt nach Gersfeld fuhr", meint Sitzmann. "Mit einem solchen Schmankerl hätte man tatsächlich die Autofahrer auf die Schiene gebracht. Bleibt nur zu hoffen, dass die Gremien, die solche Veranstaltungen genehmigen, in Zukunft gerade im Biospärenreservat Rhön ein funktionierendes Verkehrskonzept von den Veranstaltern einfordern, ansonsten solche Megaevents schlichtweg verbieten."
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