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7. Februar 2003
Pro Bahn & Bus Mittelhessen:
Jahreshauptversammlung in Butzbach - Sachstandsberichte aus Wetterau und Vogelsberg
(Mittelhessen) Der Regionalverband Mittelhessen von Pro Bahn & Bus e.V. traf sich am vergangenen Samstag in Butzbach zur Jahreshauptversammlung. Verbandsvorsitzender Joachim Elbing äußerte sein Unverständnis darüber, dass in der Region Mittelhessen noch immer Streckenstilllegungen zur Diskussion stehen. Andere Regionen hätten ihre Bahnstrecken längst als Standortvorteil im Wettbewerb um Wohnungs- und Gewerbeansiedlungen erkannt.
Jürgen Lerch, Mitglied im Fahrgastbeirat Wetterau, berichtete über die Problematik der Strecke Friedberg - Beienheim - Hungen. Zum April dieses Jahres ist die Einstellung des Verkehrs zwischen Wölfersheim-Södel und Hungen geplant. Dazu passt nicht, dass ein angeblich "ergebnisoffenes" Gutachten zu den Chancen der Strecke erst kurz vor diesem Termin fertig werden soll. Fahrgastzählungen der letzten Jahre zeigen eine leicht positive Tendenz bei der Nachfrage, obwohl das Angebot keine Verbesserungen erfuhr.
Die Probleme der Strecke gründen sich hauptsächlich auf das schlechte Fahrplanangebot mit regelmäßigem Umsteigezwang sowie auf die niedrige Höchstgeschwindigkeit. Ähnlich strukturierte Strecken wurden mittlerweile modernisiert und weisen ausnahmslos steigende Fahrgastzahlen auf. Jürgen Lerch nennt die Taunusbahn Bad Homburg - Brandoberndorf sowie die Niddertalbahn Bad Vilbel - Stockheim-Glauberg als positive Beispiele. Erstere wurde unter Regie der Frankfurt-Königsteiner-Eisenbahn, letztere unter DB-Verantwortung modernisiert.
Die heute zwischen Hungen, Nidda und Friedberg eingesetzten Triebwagen verfügen bereits über automatische Kupplungen. Damit könnte ein abschnittsweise gemeinsames Verkehren der Niddaer und der Hungener Züge und damit ein Entfall des Umsteigevorgangs in Beienheim realisiert werden. Anpassungen wären lediglich bei der Signaltechnik nötig. Durchgehende Züge von Hungen nach Frankfurt hätten am Markt die gleichen Chancen wie die von bzw. nach Nidda. Beide Städte weisen ähnliche Einwohnerzahlen auf.
Jürgen Lerch fordert die Modernisierung der Signaltechnik, damit die Verkehrsleistungen kostengünstiger erbracht werden können. Die Deutsche Bahn AG wird Investitionen jedoch nur dann tätigen, wenn die Kommunen und Kreise den Verkehr längerfristig bestellen. Alternativ käme die Übernahme der Streckeninfrastruktur in kommunale oder private Trägerschaft in Frage.
Horst Lorenz berichtet von der Vogelsbergbahn: Die lange versprochene Modernisierung hat noch immer nicht begonnen. Der kürzlich erfolgte verstärkte Einsatz der 10 bis 15 Jahre alten Triebwagen-Baureihe 628 hat nach Ansicht von Horst Lorenz keine Verbesserung des Verkehrs gebracht. Mittlerweile weichen die Verantwortlichen bei den Verkehrsverbünden VBV und RMV auch von der geplanten Ertüchtigung für Neigetechnik-Fahrzeuge ab und favorisieren den Einsatz "spurtstarker" Fahrzeuge. Das kürzlich vorgestellte Fahrplankonzept sieht keine Verbesserungen in den Abendstunden und am Wochenende vor. Auch finden umsteigende Fahrgäste beispielsweise in Fulda bei dem in den kommenden Jahren umzusetzenden Fahrplankonzept keinerlei Verbesserungen vor. Horst Lorenz mahnt die Sanierung der großen Brücken im Landkreis Fulda an. Für besonders schwere Lokomotiven musste bereits eine Brücke gesperrt werden. Weitere Beschränkungen drohen.
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