2. Januar 2003

Presse-Information des Deutschen Bahnkunden-Verbandes:
Neues Preissystem der DB: Pro Bahn agiert unverantwortlich

(Berlin) Unbestritten lagen die Nerven bei den Fahrgästen und deren Verbänden bezüglich der Einführung des neuen Preissystems blank. Begründete oder unbegründete Angst vor dem Neuen führt in solchen Situationen sicher auch zu Überreaktionen. Doch, bei einem Interessenverband für die Belange der Fahrgäste darf es allerdings nicht zu "Entgleisungen" kommen, wenn man das Vertrauen der eigenen Klientel nicht verlieren möchte. Eine nicht recherchierte ungeschützte Behauptung, wonach 50 % der Fahrgäste übervorteilt würden, ist schlicht unverantwortlich und hat ganz klar dem Ansehen der und dem Vertrauen in die Fahrgastverbände geschadet.

Andererseits, in Zeiten des ständigen Dialogs zwischen der DB und den drei bundesweiten Fahrgastverbänden, welcher durch die DB aufgekündigt wurde, war die Berechenbarkeit der Partner untereinander noch an der Tagesordnung.

Auch wenn die DB nunmehr gegen Pro Bahn vorzugehen gedenkt, sollte gerade in dieser sensiblen Phase zum Wohle der Fahrgäste das Jahrzehnte bewährte Bündnis zwischen Bahn und Verbänden dennoch wieder entwickelt werden. Das Ignorieren der Fahrgastverbände und Ausweichen auf den Dialog alleine mit Umweltverbänden wird die Fahrgastvertretungen noch stärker in die Öffentlichkeit zwingen. Für den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV) war Populismus bislang kein Mittel, die Interessen der Bahnkunden vertreten zu wollen. Vielmehr konnten durch ständigen Dialog mit Politik, Verwaltung und Bahnen in zahlreichen Fällen die Belange der Fahrgäste und Bahngüterkunden optimiert werden.