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18. Dezember 2002 - Mittelhessen
Fahrplanwechsel: "RMV betreibt Raubbau an der Lahn-Kinzig-Bahn"
Strecke Gießen - Nidda - Gelnhausen verliert fast 49.000 Zug-Kilometer im Jahr
(Landkreis Gießen/Wetteraukreis/Main-Kinzig-Kreis) Massive Kritik im Zusammenhang mit dem diesjährigen Fahrplanwechsel richtet der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus an den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Er bezieht sich dabei auf die Änderungsmaßnahmen auf der Lahn-Kinzig-Bahn Gießen - Nidda - Gelnhausen. Im Rahmen einer Neukonzeption seines Angebotes hat der RMV massive Zugstreichungen auf der Strecke vorgenommen. Die gestrichenen Zugleistungen werden entweder durch Busse ersetzt oder für die Verlängerung des Wochenendverkehrs nach Nidda verwandt.
"Auf den ersten Blick sieht alles nach einer kilometerneutralen Umverteilung aus", sagt die Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus, Petra Becker. "Bei näherem Hinsehen erweisen sich die Maßnahmen jedoch als massiver Raubbau." Nach den Berechnungen des Verbandes sinkt die jährliche Leistung an Zug-Kilometern von rund 682.000 auf 633.000. Damit verliert die Strecke etwa 49.000 Jahreskilometer. Von diesem entfallen ca. 45.000 auf Wochentage und 4.000 auf Samstage. Die Zugleistungen haben einen Gesamtwert von etwa einer halben Million Euro.
"Mit den freigesetzten Zug-Kilometern könnte man ein Jahr lang einen Wochenendverkehr mit 6 Zugpaaren samstags und sonntags zwischen Gießen und Nidda sowie 5,5 Zugpaaren zwischen Büdingen und Gelnhausen fahren.", sagt Becker. "Da dies nicht der Fall ist, stellt sich um so dringlicher die Frage, wo die Leistungen geblieben sind." Der RMV gibt darauf keine konkrete Antwort. Auf seiner Internet-Homepage ist "der Grundgedanke ..., freiwerdende Finanzmittel für zusätzlichen Schienenverkehr dort einzusetzen, wo Entwicklungspotentiale vorhanden sind". "Auf der Lahn-Kinzig-Bahn sieht der Verbund offenbar keine Entwicklungspotentiale", so Becker abschließend.
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