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13. Dezember 2002 - Mittelhessen
755 Unterschriften an Landrat Gnadl übergeben
Pro Bahn & Bus schlägt für Horlofftalbahn alternatives Betriebskonzept vor
(Friedberg) 755 Unterschriften zum sogenannten "Wetterau-Netz" hat der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus heute an Landrat Rolf Gnadl übergeben. Stellvertretend für den kurzfristig erkrankten Sprecher Jürgen Lerch überreichte Sylvia Börgens von der Wölfersheimer Bürgerinitiative die Unterschriftenlisten am Rande der Kreistagssitzung. Unter dem Motto "Zukunft der Region durch attraktive Verkehrsanbindung dauerhaft sichern" fordern die Unterzeichner u.a. den Erhalt der Horlofftalbahn Friedberg - Hungen und wenden sich entschieden gegen die zum Fahrplanwechsel greifenden Zugstreichungen auf der Horlofftalbahn und der Lahn-Kinzig-Bahn Gießen - Nidda - Gelnhausen.
Der Fahrgastverband unterstreicht seine Forderungen mit einer kürzlich durchgeführten Fahrgastzählung. Danach benutzen täglich 1.133 Ein- und Aussteiger die Horlofftalbahn zwischen Beienheim und Hungen. "Im Vergleich zum Jahr 1999 sind die Fahrgastzahlen trotz der unattraktiven Rahmenbedingungen um 17 % gestiegen", so Pro Bahn & Bus-Sprecher Jürgen Lerch in einer Pressemitteilung.
Der zuständige Aufgabenträger Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will die Strecke dennoch im Abschnitt Wölfersheim - Hungen stilllegen und hat im November 2001 einen entsprechenden Aufsichtsratsbeschluss gefasst. Ein besonders auffälliges Ergebnis der Zählung ist laut Pro Bahn & Bus die Tatsache, dass der Haltepunkt Berstadt-Wohnbach mit 343 fast doppelt so viele Ein- und Aussteiger hat, wie die Station des Wölfersheimer Ortsteils Melbach mit 193. Berstadt soll jedoch nach dem Willen des RMV künftig von der Schiene abgehängt und nur noch mit dem Bus bedient werden. "Da kann man sich nur an den Kopf greifen", so Lerch.
Vor dem Hintergrund der vom RMV zum Fahrplanwechsel vorgenommenen Zugstreichungen hat der Fahrgastverband ein alternatives Konzept entwickelt, das ebenfalls Landrat Rolf Gnadl übergeben wurde. Es basiert auf der Zug-km-Leistung des Fahrplans 2001/2002 und stellt die gröbsten Mängel des neuen RMV-Jahresfahrplanes ab. "Es gibt für die Schüler aus den Wölfersheimer Ortsteilen wieder einen Zug mit Ankunft gegen 7.30 Uhr in Friedberg und eine Rückfahrmöglichkeit gegen 13.50 Uhr", sagt Jürgen Lerch. Abends ist erstmals ein durchgehender Zug um 18.18 Uhr von Frankfurt Hbf nach Hungen im Fahrplan enthalten.
"Allerdings", so Lerch, "hat der Entwurf auch Nachteile." So ist tagsüber zwischen Friedberg und Hungen nur noch ein Zweistundentakt vorgesehen. Dafür entfällt jedoch der Umsteigezwang in Beienheim. "Da wir nur ein begrenztes Volumen an Zug-km zur Verfügung haben, liegt der Schwerpunkt auf den Hauptverkehrszeiten, in denen die Züge wieder im Halbstundenrhythmus fahren". Für die Tagesverkehrszeit ist nach Ansicht des Fahrgastverbandes ein ergänzendes Buskonzept notwendig.
Zwei Fahrplanvarianten hat Pro Bahn & Bus erarbeitet.
Fahrplanentwurf Horlofftalbahn 2003 - Version 1 (PDF-Datei)
Fahrplanentwurf Horlofftalbahn 2003 - Version 2 (PDF-Datei)
Forderungskatalog (PDF-Datei)
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