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28. November 2002 - Mittelhessen
Horlofftalbahn: "Fahrplanänderungen inakzeptabel"
- Pro Bahn & Bus: Streichungen bleiben - Gutachten "Farce" -
(Wetteraukreis/Landkreis Gießen) Mit entschiedener Ablehnung reagiert der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus auf den Nachbesserungsversuch des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) beim künftigen Fahrplan für die Strecke Hungen - Friedberg. Der Verkehrsverbund hatte nach heftigen Protesten zwei Züge in der morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeit um einige Minuten verschoben. Zudem mehren sich die Fragen, ob das Ergebnis des RMV-Gutachtens zur Zukunft der Strecke nicht bereits fest steht.
Nach den Änderungsplänen des RMV soll der morgendliche Schülerzug sieben Minuten später (6.40 Uhr) in Hungen starten als bisher vorgesehen. Die für 17.18 Uhr von Friedberg nach Hungen geplante Zugfahrt soll vorverlegt und um 17.02 Uhr ab Beienheim wieder direkten Anschluss vom ersten Regionalexpress aus Frankfurt nach Hungen bieten.
Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus bezeichnet die Korrekturen als "Augenwischerei und Verschlimmbesserung". "An der Tatsache, dass morgens und abends weiterhin je ein Zug weniger verkehrt, ändert dies nichts", so Verbandsvorsitzende Petra Becker. "Der zur Zeit bestehende Halbstundentakt bleibt ausgedünnt. Eine solch gravierende Verschlechterung im Vergleich zum Ist-Zustand ist nicht hinnehmbar."
Aus diesem Grund fordert Pro Bahn & Bus, ebenso wie eine Initiative Wölfersheimer Eltern und Bündnis 90/Die Grünen, die Beibehaltung des Angebots im jetzigen Umfang. Der Verband bezeichnet die Streichung wichtiger Züge als "durchsichtigen Versuch des RMV, schnell vollendente Tatsachen zu schaffen". Denn im nächsten Frühjahr soll über die endgültige Zukunft der gesamten Strecke auf Basis eines vom RMV beauftragten Gutachtens entschieden werden. "Aufgrund der Streichungsmaßnahmen ist das Gutachten schon jetzt das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wird", sagt Petra Becker.
Unterstrichen wird die Einschätzung des Fahrgastverbandes durch die Tatsache, dass Grundstückseigner entlang der Strecke nördlich von Wölfersheim von der DB-Tochter DB-Immobilien bereits mit der Frage angeschrieben wurden, ob sie benachbartes Gelände kaufen wollen, da der Zugverkehr ab 04.04.2003 eingestellt werde. Pro Bahn & Bus fragt sich, von wem die DB-Tochter die Informationen hat, wenn beim RMV gleichzeitig ein 'ergebnisoffenes' und 'neutrales' Gutachten läuft.
Zu diesen Merkwürdigkeiten fordert der Fahrgastverband eine Stellungnahme des RMV. "Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Entscheidung schon lange gefallen ist und ohne große Widerstände durchgezogen werden soll", so Petra Becker. "Unter solchen Vorzeichen geraten die Beratungen der Gutachtenergebnisse in den politischen Gremien der beiden betroffenen Landkreise schon jetzt zu einer reinen Farce."
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