7. November 2002 - Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart

Ausbau der Kinzigtalbahn: Stausee-Querung prüfen

Im Rahmen des Scoping-Termins am 6.11.2002 in Gelnhausen schlagen die in der "Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Bahndreieck Spessart" zusammenarbeitenden Verbände eine Optimierung der in der Raumempfindlichkeitsuntersuchung (REU) aufgezeigten Trassenkorridore von Gelnhausen über Bad Soden-Salmünster nach Schlüchtern vor. Mit einer Querung des Kinzigtals auf Höhe des Kinzig-Stausees können die Eingriffe für den Bau schneller Zusatzgleise insgesamt deutlich verringert werden.

Im Eisenbahndreieck Fulda - Würzburg - Frankfurt hat die von der DB AG in Auftrag gegebene REU grundsätzlich drei mögliche Korridore zur strittigen Trassierung der Zusatzgleise zwischen Gelnhausen und Fulda aufgezeigt, von denen zwei im Zuge des Kinzigtals mit anschließendem A66-parallelem Ausbauabschnitt vom Distelrasen bis Fulda verlaufen:

A) Neubau-Korridor
von Gelnhausen Haitz nach Schlüchtern Distelrasen unter südlicher Umfahrung der Ortslagen von Wächtersbach, Aufenau, Hausen, Ahl sowie Steinau mit anschließender Kinzigtalquerung zwischen Steinau und Schlüchtern Niederzell.

B) Kombinierter Neubau-/Ausbau-Korridor
zwischen Gelnhausen Haitz und dem Westrand von Salmünster mit enger Anlehnung an die Alttrasse, Untertunnelung von Salmünster und anschließender Trassenbündelung mit der A66 bis Schlüchtern Distelrasen.

Die Problembereiche von Korridor A) finden sich vornehmlich im Ostabschnitt - konkret südlich der Stadt Steinau sowie im Zuge der Talquerung bei Schlüchtern Niederzell.
Die Problembereiche von Korridor B) liegen dagegen im Westabschnitt, besonders in den Ortsdurchfahrten von Wächtersbach und bei der Untertunnelung von Bad Soden-Salmünster.

Zur Optimierung wird seitens der ARGE Bahndreieck Spessart eine ca. 5 km lange Verbindung zwischen beiden Kinzigtal-Korridoren zur Prüfung vorgeschlagen, welche das Tal in Höhe des siedlungsfernen Kinzigstausees zwischen Ahl und Steinau genau dort kreuzt, wo es durch erhebliche Eingriffe von Straßenbau und Wasserwirtschaft ohnedies nicht mehr als "naturnah" einzustufen ist (siehe Anlage).

Diese "Kinzigsee-Querung" vermeidet die Hauptkonfliktpunkte der Trassen A) und B), indem sie deren weniger kritische Abschnitte verknüpft. So entsteht eine durchgehende Neutrassierung schneller und dennoch güterzugtauglicher Zusatzgleise weitgehend abseits von Kinzigau und Besiedlung. Hierdurch werden besonders die Ortsdurchfahrten von Bad Soden-Salmünster und Wächtersbach mit ihren Wohngebieten in Hanglage dauerhaft und wirksam von Schienenlärm entlastet, vor allem nachts. Die weitgehende Bündelung mit der A66 verhindert großräumige Neuzerschneidungen.