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18. September 2002 - Hessen
Fahrgastverband lobt Lärmschutz des Bundes
Kampfansage gegen Stilllegungspläne
(Hessen) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus begrüßt die Einführung des Lärmsanierungsprogramms in der laufenden Legislaturperiode als einen entscheidenden Schritt zu einem noch umweltfreundlicheren Schienenverkehr. In die Fortschreibung des mit jährlich über 50 Mio Euro ausgestattete Bundesprogramms sollen in Hessen u.a. Maßnahmen für die an der hochbelasteten Kinzigtalbahn Fulda - Frankfurt gelegenen Städte Bad Soden-Salmünster und Wächtersbach aufgenommen werden.
"Es ist ein entscheidender Fortschritt, nicht nur beim Neubau von Verkehrswegen angemessenen Lärmschutz einzuplanen, sondern erstmals auch an bestehenden Schienenstrecken Schritt für Schritt die Finanzierung von Verbesserungen vor Ort zu ermöglichen", so die Vorsitzende von Pro Bahn & Bus, Petra Becker. Der Fahrgastverband erwartet von der DB AG eine Integration der Lärmsanierung in den vorgesehenen Ausbau des Bahndreiecks Fulda - Hanau - Würzburg sowie vom Bund die Sicherung und Aufstockung des Lärmschutzprogrammes.
Auf scharfe Ablehung stoßen jüngste Äußerungen des verkehrspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dirk Fischer, der die Stillegung weiterer Teile des verbliebenen bundesdeutschen Schienennetzes fordert.
"Wer im Angesicht von Klimaveränderungen, Flutschäden und vier Jahrzehnten Straßenbaupolitik statt moderner Flächenbahn einem Kahlschlag der Nahverkehrsinfrastruktur das Wort redet, während gleichzeitig Unsummen in den überflüssigen Transrapid und andere Prestigeprojekte fließen, muss von allen guten Geistern verlassen sein. Das diskreditiert zudem die vielen konstruktiven Bemühungen auf Ebene der Länder und Kommunen zur Verbesserung des öffentlichen Verkehrs, an denen auch Politikerinnen und Politiker der CDU/CSU beteiligt sind", so Petra Becker.
Die Abkoppelung ganzer Regionen vom Schienenverkehr ist mit einer integrierten Verkehrspolitik unvereinbar und zudem wettbewerbsfeindlich. Die Fahrgastverbände werden gegen solche Zerschlagungspläne geschlossen kämpfen! Nach Jahrzehnten blinder Streckenstillegungen, die die Marktposition der Schiene keineswegs gestärkt sondern empfindlich geschwächt haben, geht es inzwischen längst um den Wiederaufbau attraktiver Bahnnetze, der zugleich einen Schub für Technologie, Arbeitsmarkt und Regionalstruktur darstellt.
Die Bürgerinnen und Bürger sollten am 22. September sehr genau hinschauen, wie sich Parteien und Kandidaten zu Bahn und Bus äußern. Ein kurzatmiger Rückfall in die Gasdpedalpolitik der 60er und 70er Jahre wäre letztlich eine Katastrophe für die Menschen. Nur mit einem ausgewogenen Miteinander von Nah-, Fern- sowie Güterverkehr auf der Schiene werden wir die absehbaren Verkehrsprobleme meistern können.
"Einseitiger Autolobbyismus und Straßenbau pur gehören in die Mottenkiste. Die sozialverträgliche und umweltgerechte Sicherstellung bezahlbarer Mobilität für alle bei gleichzeitigem Erhalt und moderatem Ausbau bestehender Verkehrsinfrastrukturen muss im Zentrum glaubhafter Verkehrspolitik stehen", so Becker abschließend.
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