24. Juni 2002 - Rhein-Main/Unterfranken

Jahresfahrt von Pro Bahn & Bus
Sinntalbahn, Werntalbahn und weitere Unterfränkische Spezialitäten


Die Jahresfahrt 2002 unseres Verbandes führte am 15. Juni nach Unterfranken. Nach dem Start in Friedberg geht es über Hanau und Aschaffenburg zunächst nach Lohr am Main. Die dort abzweigende "Kurzstrecke" nach Lohr Stadt ist letztes Teilstück der ehemaligen Ost-Spessart-Bahn Lohr - Wertheim. Am Bahnhof Lohr Stadt, wo ein Bahnübergang per Hand zu sichern ist, treffen wir sogar auf den "Lohr-Liner", den modernen Stadtbus der Kleinstadt. Dessen Design würde bestens zu unserem ebenso modernen Triebwagen passen. Doch leider ist der Nahverkehr auf der Ost-Spessart-Bahn seit ca. 25 Jahre Geschichte.

Die weitere Fahrt nach Bad Brückenau führt nicht nur duch eine faszinierende, vielerorts kaum berührte Landschaft, sondern auch entlang zahlreicher bahntechnischer "Leckerbissen". Die heißen beispielsweise Nantenbachkurve, Bahnknoten Gemünden oder Überleitstelle Burgsinn und lassen die Köpfe bahnbegeisterter Mitreisender hin und her schwenken wie beim Finale von Wimbledon.

In Bad Brückenau wird unserer Gruppe ein herzlicher Empfang bereitet: Die örtliche Blasmusik spielt schmissige Stücke, und der alte Bahnsteig lädt als Biergarten verwandelt zum Verweilen ein. Da eine Fahrt nach Wildflecken wegen eines nicht reparierten Dammrutsches ausfallen muss, nutzen wir die Zeit für eine Pendelfahrt bis Jossa. Leider wollen nur wenige Bad Brückenauer daran teilnehmen, obwohl die örtliche IG Sinntalbahn die Werbetrommel gerührt hat. Es ist eben Spieltag der Fußball-WM...

Die Sinntalbahn Jossa - Bad Brückenau - Wildflecken ist seit einigen Monaten betrieblich gesperrt (unsere Sonderfahrt war eine Ausnahme) und der Güterverkehr damit zum Erliegen gekommen. Das gilt für das erwähnte Teilstück der Ost-Spessart-Bahn nicht, ebensowenig wie für die im Anschluss bereiste Werntalbahn. Während die letzten Kilometer zwischen Lohr Bahnhof und Lohr Stadt noch der örtlichen Industrie dienen, stellt die Werntalbahn Wernfeld - Waigolshausen eine Abkürzung für den überregionalen Güterverkehr dar. Die Strecke ist elektrifiziert und in Sachen Achslast, Kreuzungsbahnhöfe etc. auf "Hauptbahn-Niveau". Entsprechend flott geht unsere Reise durch dieses unbekannte Stück Unterfranken. Waigolshausen ist Wendepunkt, weiter geht es auf der von Bamberg und Schweinfurt kommenden Hauptbahn nach Würzburg. Die Fahrten entlang des Maines sowie durch den Spessart stellen die letzten Höhepunkte dieser erlebnisreichen Tour dar.

Wie auch 2001 im Siegerland haben wir wieder den klimatisierten Gelenktriebwagen GTW 2/6 für die Tour gewählt. Die Butzbach-Licher Eisenbahn führte die Fahrt souverän durch, unterstützt durch "ehrenamtliche Lotsen", die auch bei den Oberhessischen Eisenbahnfreunden aktiv sind. Ein Dankeschön auch an das Personal der Stellwerke, die auf den stark belasteten Hauptbahnen unserer Fahrt trotz einer kleinen Verspätung ein flottes Durchkommen ermöglichten. Wer die Belegung der Hauptstrecken zwischen Würzburg, Frankfurt und Friedberg kennt, weiß dies zu würdigen.

Zum Schluss hören wir dann wiederholt die Frage, wo es denn nächstes Jahr hinginge. Lassen Sie sich überraschen...