30. Mai 2002 - Osthessen

Mitternachtsbusse wurden gestürmt
Ausfall eines Busses um Mitternacht sorgte für Unmut


(Lauterbach) Eine noch nie dagewesen Resonanz erlebte am diesjährigen Prämienmarkt-Haupttag der mitternächtliche Sonderbusverkehr. Genau 901 Fahrgäste, dies sind gut 15 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, nutzten den nächtlichen Heimfahrservice der Kreisstadt Lauterbach und konnten problemlos die massiven Verkehrskontrollen der Polizei sprichwörtlich umfahren. Bei mehreren Verkehrsunternehmen wurde sechs Busse für insgesamt 19 Fahrten für die Beförderung der Prämienmarktbesucher in 86 Orte beauftragt. Acht ehrenamtliche Helfer des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus sorgten im Bereich des Busbahnhofes für einen geregelten Ablauf der Fahrten, was angesichts des kräftigen Alkoholgenusses einiger Marktbesucher nicht immer ganz einfach war.

Aufregung herrschte bei Fahrgästen und Organisatoren des nächtlichen Busverkehrs als eine Fahrt in Richtung Schwalmtal entfallen musste, da ein örtlich beaufragtes Verkehrsunternehmen schlichtweg die Bereitstellung von Bus samt Fahrer vergessen hatte. "Eine unglaubliche Schlamperei, welche noch Konsequenzen nach sich ziehen werde", stellt Werner Filzinger, Vorstandsmitglied von Pro Bahn & Bus, erbost fest.

Den Organisatoren ist es gelungen, zwar mit gut einstündiger Verspätung, einen Ersatzbus zu organisieren. Der Fahrgastverband spricht daher dem Reisedienst Schäfer aus Schlitz-Pfordt ein dickes Dankeschön für die spontane Hilfsbereitschaft aus, ohne die die Folgen des Busausfalls und das unerwartet hohe Fahrgastaufkommen nicht hätten bewältigt werden können. Pro Bahn & Bus gelang es zudem noch das örtliche Busunternehmen zu kontaktieren, das dann gegen 2.15 Uhr, gut zweieinhalb Stunden später als geplant, den bis dato vermissten Bus für eine Fahrt in den Vogelsberg bereitstellte.

Der Fahrgastverband bittet alle Sonderbusfahrgäste, die von dem geschilderten Ausfall und den damit verbundenen Verspätungen direkt betroffen waren um Entschuldigung und Verständnis. "Im kommenden Jahr werden zusätzliche Sicherheitsreserven eingebaut und nur noch zuverlässige Busunternehmen beauftragt", so Filzinger resümierend.

Den Fahrgastrekord stellte in diesem Jahr der Grebenhainer Ortsteil Wünschen-Moos auf. Über 20 Prozent der Einwohner nutzten den Heimfahrservice.