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8. Mai 2002 - Rhein-Main/Osthessen
Auch Pro Bahn & Bus gegen Main-Kinzig-Landratsamt auf der grünen Wiese
-Hanau und Gelnhausen mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Besten zu erreichen-
(Hanau) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus unterstützt die Position von Landrat Karl Eyerkaufer, für die Ansiedlung einer zentralen Kreisverwaltung, deren Erreichbarkeit mit Bahn und Bus eine wichtige Rolle zuzumessen sowie die Faktoren Infrastruktur und Umfeld mitzuberücksichtigen. Bereits Mitte Januar 2002 hatte der Fahrgastverband die damals bekannten Bewerbungen von Kommunen analysiert und einem verkehrlichen Ranking unterworfen. Eindeutiger Favorit ist ein Standort am Hanauer Hauptbahnhof, aber auch das Bahnhofsareal in Gelnhausen schneidet gut ab.
"Bei der Entscheidung, wo die zentrale Verwaltungsstelle des Main-Kinzig-Kreises realisiert wird, dürfen ausschließlich sachliche Argumente einfließen. Sowohl für die Kunden als auch die Bediensteten ist eine gute Erreichbarkeit von zentraler Bedeutung", sagt die Vorsitzende von Pro Bahn & Bus, Petra Becker.
Weitere Kriterien sind die Nähe zu öffentlichen Einrichtungen, die Nähe zu vorhandenen Arbeitsplätzen und international agierenden Unternehmen. Die größten Städte im Main-Kinzig-Kreis befinden sich im westlichen Teil. Allein in Maintal, Hanau, Bruchköbel und Nidderau leben ca. 44 % der Kreisbewohner.
Ein Standort am Hanauer Hauptbahnhof belegt eindeutig den Platz 1. Die Ansiedlung der Kreisverwaltung dort stellt ein wichtiges Signal zur dauerhaften Sicherung des ICE-Systemhaltes Hanau dar. Vom Hanauer Hauptbahnhof wird der Flughafen Frankfurt bereits heute in 36 S-Bahn-Minuten erreicht.
Mit Umsetzung des geplanten Ausbauten im Bahnknoten Frankfurt und einer Durchbindung von Regionalzügen über den Frankfurter Hauptbahnhof hinaus zum Flughafen könnte Fahrzeit auf ca. 30 Min. reduziert und die Verbindungsdichte kostenneutral vergrößert werden. Damit besäße die neue Zentralverwaltung nach dem Frankfurter Römer die zweitbeste Flughafen-Erreichbarkeit im gesamten Rhein-Main-Gebiet.
Hanau liegt im Schnittpunkt wichtiger Schienenverkehrsprojekte:
- Ausbau des Bahnknotens Frankfurt am Main,
- regionalverträgliche Ausbaulösung für das "Bahndreieck Spessart",
- regional und lokal sinnvolle Entwicklung des Schienenverkehrs rund um das Oberzentrum Hanau (Regio-Stadtbahn).
Eine verkehrliche Vorwärtsstrategie für die Region Hanau ist nicht nur endlich zu formulieren, sondern im Anschluss daran auch konsequent umzusetzen, damit die Entwicklung im Osten des Rhein-Main-Gebietes nicht länger hinter dem Westen herhinkt. Dies muss sich auf ein klares Mandet der politischen Gremien stützen können.
Mit einer Entscheidung für Hanau würde der Main-Kinzig-Kreis zugleich perspektivisch ein bedeutsames Signal Richtung Landeshauptstadt senden, weil er damit glaubhaft sein Interesse bekundet, das gesamte Kreisgebiet in die Rhein-Main-Region zu integrieren.
Falls aus politischen Gründen ein Standort außerhalb von Hanau angestrebt werden sollte, so kommt dafür nur Gelnhausen in Frage. Der Bahnhof Gelnhausen liegt für den Ostteil des Kreises ca. 14 Fahrminuten näher als der Hauptbahnhof Hanau, ist damit auch umgekehrt aus dem Raum Hanau noch attraktiv erreichbar. Da Gelnhausen und Linsengericht ohnedies eine gemeinsame Entwicklung des Bahnhofsumfeldes samt Verbesserung der Verkehrsanbindung ins Auge fassen, könnte eine zentrale Kreisverwaltung hierbei gleich mitberücksichtigt werden.
Standorte wie Langenselbold, Gründau oder Wächtersbach sind für den vorgesehenen Zweck verkehrlich deutlich schlechter geeignet. "Appelle an die Bürger, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, nützen auf Dauer nur, wenn umgekehrt auch der Main-Kinzig-Kreis als Aufgabenträger für Bahn und Bus bei seinen eigenen Standortentscheidungen auf eine gute ÖPNV-Erreichbarkeit achtet. Mit Blick auf die öffentlichen Kassen ist es sinnvoller, durch Nutzungsverdichtung im Zuge bestehender Verkehrsangebote deren Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, statt auf der grünen Wiese zu bauen."
Standortbewertungen Kreisverwaltung (PDF-Datei)
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