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8. April 2002 - Mittelhessen
Horlofftalbahn: Buskonzept des RMV bringt vor allem Verschlechterungen
Fahrgastverband bezeichnet Verbund-Entwurf als "völlige Fehlleistung"
(Hungen/Wölfersheim) Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der die Schienenstrecke der Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim stilllegen will, hat zwischenzeitlich sein alternativ vorgesehenes Buskonzept vorgelegt. Danach wird sich die Angebotsqualität auf den wichtigsten Relationen im Vergleich zum derzeitigen Zugangebot verschlechtern. Zu diesem Ergebnis kommt der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus nach Auswertung der RMV-Unterlagen.
"Während man derzeit für eine Zugfahrt von Hungen nach Friedberg 32 bis 36 Minuten benötigt, sind mit dem Bus künftig zwischen 43 und 53 Minuten einzuplanen", sagt die Vorsitzende von Pro Bahn & Bus, Petra Becker. "Da hilft es wenig, wenn mit dem neuen Konzept werktäglich 4 Verbindungen mehr von Hungen nach Friedberg angeboten werden."
Für die Relation Hungen - Frankfurt erhöht sich die Verbindungsanzahl zwar von 14 auf 20, gleichzeitig jedoch verlängert sich die Fahrzeit von 62 bis 67 auf 76 bis 93 Minuten. Der vom RMV vorgesehene "Schnellbus" für die Pendler erweist sich bei detaillierter Betrachtung als das genaue Gegenteil: Im Vergleich zur regulären Umsteigeverbindung Bus-/Zug Hungen-Wölfersheim-Friedberg benötigt der "Schnellbus" über Echzell 7 Minuten mehr Fahrzeit.
Die Relation Obbornhofen - Friedberg wird von 14 auf 9 Verbindungen reduziert, von den derzeit 17 Verbindungen Obbornhofen - Hungen sollen ebenfalls nur noch 9 übrig bleiben. Von Utphe nach Friedberg sollen statt heute 15 nur noch 13 Verbindungen angeboten werden, bei Verringerung der Fahrzeit von 43-54 Minuten auf 37 bis 47 Minuten.Von Utphe nach Hungen bleiben bei gleicher Fahrzeit statt heute 18 nur noch 13 Busverbindungen erhalten.
Auch die beiden Hungener Stadtteile Nonnenroth und Villingen sind - obwohl gar nicht an der Bahnstrecke gelegen - dramatisch betroffen. Die Fahrtenzahl von Villingen nach Hungen wird von 15 auf 8 fast halbiert. Umsteigeverbindungen von Villingen und Nonnenroth nach Gießen wird es am Hungener Bahnhof nur noch drei mal pro Tag, statt bislang zwölf mal geben.
"Geradezu katastrophal sind die Auswirkungen für den Wölfersheimer Ortsteil Berstadt", stellt der Fahrgastverband fest. "Berstadt verliert nicht nur seine Bahnanbindung, die Verbindungsanzahl nach Friedberg wird sogar von 21 auf 13 zusammengestrichen. Während der Zug heute zwischen 22 und 26 Minuten von Berstadt nach Friedberg benötigt, sind es zukünftig 34 bis 42 Minuten mit den Umsteigeverbindungen Bus/Zug.
"Im Hinblick auf die vollmundigen Ankündigungen des RMV, dass mit dem Bus 'alles viel besser' wird, kann man nur von einer völligen Fehlleistung sprechen", lautet das Fazit von Petra Becker. "Inhaltlich bringen die RMV-Planungen lediglich die Erkenntnis, dass mit dem vom Verbund favorisierten Konzept der Ostkreis Gießen faktisch vom attraktiven RMV-Schienennetz abgehängt wird."
Hungen - Wölfersheim - Friedberg: Vergleich IST-Fahrplan und RMV-Konzeption (PDF-Datei)
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