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8. April 2002 - Mittelhessen
Fahrgastverband weiter gegen Zweirichtungsverkehr auf dem Bahnhofsvorplatz
Wegfall einer Bushaltestelle / Geplante Öffnung der Ludwigstraße zur Zeit unsinnig
(Butzbach) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus spricht sich weiterhin gegen einen Zweirichtungsverkehr zwischen Bahnhofsvorplatz und Ludwigstraße aus, wie er im Masterplan vorgeschlagen wird. Regionalverbandsvorsitzender Joachim Elbing wundert sich besonders über die Eile, mit der die Stadt Butzbach die Umgestaltung voran treibt und dabei die Interessen der Bahn- und Busbenutzer nicht berücksichtigt. Dabei ist der Butzbacher Bahnhofsvorplatz mit seinen 6 Buslinien sowie Regionalexpresshalten die zentrale Drehscheibe des ÖPNV im nördlichen Wetteraukreis.
Werden die Planungen des Butzbacher Bauamts wahr, muss nicht nur der Taxistand vom Bahnhof weg verlegt werden, sondern auch eine Bushaltestelle ersatzlos entfallen. Diese Maßnahme wird notwendig, damit auch größere Fahrzeuge, die von der Ludwigstraße Richtung Bahnhofstraße fahren sollen, nicht mit dem Gegenverkehr in Konflikt geraten, wie Bauamtsleiter Otfried Herling bei einer Sitzung des Ortsbeirats vor zwei Wochen erläuterte.
Nach Informationen von Pro Bahn & Bus ist die Wetterauer Verkehrsgesellschaft (WVG), die die Fahrpläne für viele Wetterauer Buslinien plant und koordiniert, vom Wegfall der Bushaltestelle bisher nicht informiert worden. "Die zukünftige Fahrplangestaltung dürfte unter dem Wegfall der Bushaltestelle leiden, da sich die Umsteigezeiten verlängern, weil nicht mehr genug Bushaltestellen vorhanden sind" stellt Elbing fest. "Gerade mit Einführung des Integralen Taktfahrplans ist es besonders wichtig, genügend Bushaltestellen an den Taktknoten zu haben."
Konkret bedeutet dies, dass die Busse aller Buslinien möglichst gleichzeitig auf dem Bahnhofsvorplatz eintreffen. Die Fahrgäste können dann zu den wenige Minuten später eintreffenden Regionalexpresszügen umsteigen. Ankommende Fahrgäste aus den Zügen wiederum steigen in die schon bereit stehenden Busse um, um ihr Ziel in der Region zu erreichen.
"Nur mit dem Integralen Taktfahrplan kann man den Bahn- und Busverkehr in der Region attraktiv gestalten, denn der Fahrgast weiß, dass er beim Umsteigen nur wenige Minuten warten muss" erläutert Elbing. "Dazu muss die nötige Haltestellenanzahl vorhanden sein. Städte wie Bad Nauheim oder Gießen wären froh, wenn sie einen ähnlich optimal gestalteten Bahnhofsvorplatz wie in Butzbach haben würden."
Weiterhin befürchtet der Fahrgastverband steigende Unfallgefahren für die Fußgänger auf dem Bahnhofsvorplatz. "Schon heute wird auf der geraden Ludwigstraße schnell gefahren" stellt Elbing fest. Nach einer Entschärfung der Kurve zum Bahnhofsvorplatz wäre auch dort mit höheren Geschwindigkeiten zu rechnen. Durch den Zweirichtungsverkehr wird sich das Verkehrsaufkommen verdoppeln.
Nicht verstehen kann der Fahrgastverband das schnelle Vorantreiben, mit der die Öffnung der Ludwigstraße für den Zweirichtungsverkehr einher gehen soll. Wie Bauamtsleiter Herling während der Ortsbeiratssitzung mitteilte, bestehen bei der Deutschen Bahn AG Planungen, ihren Bahnhof zu verkaufen oder auch abzureißen. Dann könnte die Ludwigstraße einfach weiter parallel zur Bahn weitergeführt werden. Auf Grund dieser vorhersehbaren Entwicklungen macht es für Pro Bahn & Bus zur Zeit keinen Sinn, für rund 145 000 Euro die Straße für den Zweirichtungsverkehr zu ertüchtigen, um in 2 bis 3 Jahren die Straße erneut zu verlegen. Dabei ist es angesichts der leeren Stadtkasse dem Bürger weiterhin nicht zu vermitteln, dass das benötigte Geld durch Umschichtungen aus anderen Projekten (Ausbau Mozartstraße, Erneuerung Straßenlampen) entnommen werden soll.
Stattdessen schlagen die Fahrgastvertreter vor, durch eine sinnvolle Beschilderung den Autofahrern die Orientierung zu erleichtern. "Bisher wird dem Autofahrer immer nur der Weg in das Parkhaus angezeigt. Wie er nach dem Verlassen wieder zu seinem Ausgangspunkt gelangt, bleibt ihm heute selbst überlassen" erläutert Elbing und fordert Abhilfe. "Hinweisschilder nach dem Verlassen des Parkhauses oder an wichtigen Kreuzungen wie Weiseler Straße / Große Wendelstraße würden dem Ortsfremden die Orientierung erheblich erleichtern und kosten einen Bruchteil des beabsichtigten Straßenumbaus."
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