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27. Februar 2002 - Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart
Elsenfeld: Über Bahnausbau diskutiert
(Elsenfeld am Main) Am vergangenen Montag veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart im Bürgerzentrum Elsenfeld eine Tagung zum Thema "Bahndreieck Spessart: Probleme - Lösungsansätze - Interessen-Integration".
Die Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss der Fahrgastverbände Pro Bahn Unterfranken, Pro Bahn & Bus (Hessen) und des Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie des Bund Naturschutz in Bayern.
Ziel der Veranstaltung war es, den Vertretern von Kommunen, Verbänden, Institutionen und Unternehmen sowie Mandatsträgern aus den betroffenen hessischen und fränkischen Regionen aktuelle Probleme des Schienenverkehrs aufzuzeigen und den akuten Handlungsbedarf deutlich zu machen. Neben dem Zusammenwirken von Fern-, Güter- und Regionalverkehr auf der Schiene wurden Engpässe im Netz wie fehlende Überhol- und Ausweichgleise bemängelt und die konsequente Umsetzung des Integralen Taktfahrplans (ITF) gefordert.
Helmut Oberle, Erster Bürgermeister des Marktes Elsenfeld, begrüßte die Tagungsteilnehmer und hob die Bedeutung von Elsenfeld als früherer Bahnknoten hervor, die sich in einem hohen Beschäftigungsstand bei der Bahn niederschlug. Er wies auf die erhebliche Verkehrsbelastung in Elsenfeld hin, die auch mit Hilfe der Eisenbahn gelöst werden sollte.
Die Arbeitsgemeinschaft machte anhand von positiven und negativen Beispielen aus dem Bahndreieck diverse bahntechnische Zusammenhänge deutlich. Besonderer Wert wurde dabei auf eine bessere Abstimmung zwischen Schienenfern-, -regional- und Busverkehr gelegt. Die Verantwortung der Gemeinden für eine ÖV-orientierte Bauleitplanung wurde unterstrichen.
Karlheinz Betz, Nahverkehrsbeauftragter für die Landkreise Aschaffenburg und Miltenberg, wies auf die Planung von sieben neuen Bahnhaltepunkten in der Region hin; weitere vier seien in Prüfung.
Betz bezeichnete in seinem Statement die vielfach zitierte "Mottgers-Spange", eine Schnellfahrstrecke durch den Spessart, als "Phantom", das die Probleme der Region Bayerischer Untermain nicht löse.
Die Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart betonte, dass eine Neubautrasse von Gelnhausen an die Schnellfahrstrecke Würzburg - Fulda nur eine der möglichen Optionen sein kann. Ob sie die Beste sei, wurde allgemein bezweifelt.
Die Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart betonte, dass auch beim Ausbau der Altstrecken und Knotenbahnhöfe erhebliche Fahrzeitkürzungen realisierbar sind, diese also keineswegs an den Bau der Mottgers-Spange gebunden sein müssen.
"Der ICE darf anschlussmäßig nicht ins Leere hineinfahren, sondern muss die Fahrzeitgewinne optimal an den Regionalverkehr weitergeben, wie dies in Würzburg derzeit auch funktioniert," sagte Christian Behrendt.
"Es geht deshalb nicht nur um den ICE-Halt Aschaffenburg, sondern um den Anschluss der gesamten Region", sagte Karlheinz Betz.
Während laut Betz die Region Bayerischer Untermain bereits einmütige Positionen bezogen habe, wurden auf hessischer Seite erhebliche Defizite bei der kreisübergreifenden Meinungsbildung zu den Ausbauplänen im Bahndreieck ausgemacht. Die Fliedener Landtagsabgeordnete Ilse Stiewitt regte zum Beispiel eine engere Abstimmung zwischen den Landkreisen Fulda und Main-Kinzig an. Anknüpfend an gemeinsame Betroffenheiten, müssten konstruktive Positionen erarbeitet und gegenüber dem Bund, dem Land Hessen und der Deutschen Bahn vertreten werden.
Christian Behrendt stellte für die Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart klar: "Jetzt ist zügiges Handeln nötig. Der DB darf die Trassenwahl im Spessart nicht allein überlassen werden. Die jetzige Phase im Vorfeld von Raumordnung und Planfeststellung muss von der Politik gut genutzt werden, sonst kann es schon bald für die Region zu spät sein."
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