20. Februar 2002 - Mittelhessen

Geplante Zugstreichungen auf der Lahn-Kinzig-Bahn betreffen nur Pendler im Wetterauer Ostkreis

(Nidda/Büdingen/Gelnhausen) Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat erstmals konkrete Aussagen zu den geplanten Zugstreichungen auf der Lahn-Kinzig-Bahn Gießen - Nidda - Gelnhausen gemacht. Danach sollen ausschließlich Züge zwischen Nidda und Gelnhausen durch Busse ersetzt werden.

"In der Sitzung der "Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Lahn-Kinzig-Bahn" am 16. Januar 2002 in Büdingen nannte der anwesende RMV-Vertreter die Züge:

Mo-Fr: 4.44 Uhr ab Stockheim nach Gelnhausen (an 5.13 Uhr)
Mo-Fr: 4.45 Uhr ab Nidda nach Gelnhausen (an 5.39 Uhr)


Gleichzeitig musste er einräumen, dass eine konkrete Fahrplankonzeption für den ersatzweisen Busverkehr bisher nicht vorliegt. Die Auswirkungen für die Fahrgäste in diesen Zügen sind daher noch nicht abschätzbar", sagt Petra Becker, Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus.

Der RMV ist der Ansicht, dass die Fahrgastzahl in diesen Zügen nicht ausreichend ist. Er beruft sich dabei auf Fahrgastzählungen aus dem Jahr 1999. Pro Bahn & Bus hält diese Zahlen für veraltet, da sie nicht die Attraktivitätssteigerungen durch den Einsatz neuer Triebwagen seit Januar 2001 berücksichtigen.

Ferner sind die erwähnten Züge sogenannte "Garantieleistungen", die vom Bund finanziert werden. "Der RMV schwächt damit bewusst den Pendlerverkehr im östlichen Wetteraukreis. Wozu die freiwerdenden Zugkilometerleistungen genutzt werden sollen, blieb unbeantwortet", so Petra Becker abschließend.