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12. Februar 2002 - Mittelhessen
Mit der Horlofftalbahn den Wohnwert der Region sichern
Jahreshauptversammlung von Pro Bahn & Bus Mittelhessen
(Hungen) "Nur eine moderne Regionalbahn lockt Reisende vom Auto weg". Mit dieser Aussage spricht sich Joachim Elbing, Vorsitzender des Pro Bahn & Bus Regionalverbandes Mittelhessen, gegen die beabsichtigte Stilllegung der Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim aus. Die Organisation engagierter Bahn- und Buskunden hat am vergangenen Samstag ihre Jahreshauptversammlung in Hungen abgehalten.
Würde die Horlofftalbahn, wie vom Aufsichtsrat des zuständigen Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) kürzlich empfohlen, zum Jahresende eingestellt, dann hätte der Verbund bereits die zweite Streckenstilllegung in Mittelhessen vollzogen. Im vergangenen Jahr traf es die Aar-Salzböde-Bahn zwischen Herborn und Bad Endbach-Hartenrod.
Dabei beginnt sich Widerstand gegen den Beschluss aus Hofheim zu formieren. In den Kreisen Gießen und Wetterau nehmen die Mitglieder von Pro Bahn & Bus bei der zuständigen Politik einen vorsichtigen Trend pro Schiene wahr. Was fehlt, ist die Bereitschaft, in die Modernisierung der Strecke Geld zu stecken. Der Verband wirbt dafür, die Investition in den Regionalverkehr als Investition in den Wohn- und Freizeitwert einer Region zu betrachten, wie dies bereits der Gießener Landrat Willi Marx mit einer Zusage über Modernisierungsmittel getan hat.
"In wenigen Jahren werden die Gemeinden um junge Menschen als Einwohner werben müssen. Dann sollten sie mehr zu bieten haben als hübsches Fachwerk und frische Landluft. Beispielsweise möchten Eltern, dass ihre Kinder sicher per Bahn zur Schule und nachmittags ins Kino der Kreisstadt kommen", sagt Elbing.
Bei den anderen Bahnlinien der Region Mittelhessen konnten die aktiven Mitglieder des Verbandes bestenfalls von einer Stagnation der Modernisierungsvorhaben berichten. Das betrifft beispielsweise die Strecken der Kurhessenbahn nördlich und westlich von Marburg, die als Pilotprojekt der "DB-Mittelstandsoffensive" eigentlich zügig in den Genuss einer Modernisierung kommen sollten. Das betrifft ebenso die Vogelsbergbahn von Gießen nach Fulda. Bei dieser Strecke lässt der lange zugesagte Ausbau für Neigetechnikfahrzeuge weiter auf sich warten. Durchgehende Verbindungen von Koblenz über Gießen nach Fulda sind damit noch immer nicht möglich.
Pro Bahn & Bus Vorsitzender Joachim Elbing: "Die Menschen wollen die Bahn. Das zeigt sich schon daran, welches Gezeter loegeht, wenn sie mal nicht pünktlich ist. Und wo sie in einen ordentlichen Zustand versetzt wird, da rennen ihr die Leute die Türen ein."
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