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22. Januar 2002 - Arbeitsgemeinschaft Bahndreieck Spessart
Bahndreieck Spessart: Integriertes Konzept angemahnt
Im Eisenbahndreieck Fulda - Würzburg - Frankfurt wird in den kommenden Monaten über bedeutende Aus- und Neubauprojekte entschieden. Der Investitionsbedarf dort ist unstrittig, über das "Wie" gibt es jedoch gravierende Meinungsunterschiede.
Aus diesem Grund haben sich bereits im Dezember 2000 die Fahrgastverbände Pro Bahn Unterfranken, Pro Bahn & Bus (Hessen) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie der Bund Naturschutz in Bayern zur "Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Bahndreieck Spessart" zusammengeschlossen.
Gemeinsames Ziel ist, in der jetzt beginnenden "heißen" Entscheidungsphase konsequent die Interessen von Bahnkunden, Region und Natur gleichermaßen zu thematisieren.
Die von der DB AG anfangs favorisierte "Mottgers-Spange" zielt nur auf die Lösung eines Teils der Verkehrsprobleme im Bahndreieck - und stellt selbst dafür auch nur eine unter mehreren Varianten dar. In Kürze sollen die Resultate einer laut DB AG ergebnisoffenen Raumempfindlichkeitsanalyse vorliegen.
Was jedoch bislang noch völlig fehlt, ist ein schlüssiges Gesamtkonzept zur mittel- und langfristrigen Entwicklung des öffentlichen Verkehrs im hessisch-bayerischen Bahndreieck. Die Konsequenzen verschiedener Ausbauvarianten auf die Region und ihren Bahn- und Busverkehr sind systematisch aufzuzeigen und dabei auch Alternativen zur "Mottgers-Spange" zu beleuchten.
Die Gefahr einer Abkopplung Aschaffenburgs vom ICE-Netz wurde schon früh erkannt, während andere wichtige Planungsaspekte bislang weit weniger Beachtung fanden. Ohne konkrete Vorstellungen über die Weiterentwicklung des Regionalzugnetzes, die Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene sowie die Verbesserung der Lärmbilanz entlang der Altstrecken drohen Fehlentscheidungen - und Fehlinvestitionen.
Im Rahmen des projektbezogenen Zusammenschlusses "ARGE Bahndreieck Spessart" fordern die Verbände daher
- die systematische Formulierung und Bewertung örtlicher Interessen sowie
- deren Integration zu einer konsensfähigen und zukunftsoffenen Ausbaustrategie für den gesamten öffentlichen Verkehr.
Im Vordergrund stehen dabei konkret:
- Ausbau der Kinzigtalbahn Fulda - Schlüchtern - Gelnhausen - Hanau und der Main-Spessart-Bahn (Würzburg -) Gemünden - Lohr - Aschaffenburg - Hanau
- Aufbau eines Regional-Stadtbahn-Netzes rund um die Rhein-Main-Oberzentren Hanau und Aschaffenburg
- Umsetzung anschlussfreundlicher Taktfahrpläne auch außerhalb der Ballungsräume ("Bahn und Bus aus einem Guss")
Zu diesen Punkten wollen die Verbände im Rahmen der ARGE Stellung nehmen. Ihre konzeptionellen Überlegungen für das Bahndreieck werden gegenüber Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern u.a. im Rahmen von Veranstaltungen zur Diskussion gestellt werden.
Letztliches Ziel ist ein möglichst breiter Konsens sowohl in der Region als auch auf höherer Ebene. Das erleichtert nicht nur die Einbeziehung die vielfältigen Interessen in anstehende Entscheidungsprozesse wie etwa den Bundesverkehrswegeplan oder die regionalen Nahverkehrsplanungen, sondern insbesondere die konsequente Umsetzung.
Die ARGE bietet Kontakt über...
...Internet: www.bahndreieck-spessart.de
...Email: info@bahndreieck-spessart.de
...Post: ARGE Bahndreieck Spessart - Pf 10 07 06 - 63705 Aschaffenburg
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