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5. Dezember 2001 - Mittelhessen/Osthessen
"Zielkonzept Vogelsbergbahn 2007" vorgestellt
(Lauterbach/Pohlheim) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus hat seine Vorstellungen für den Ausbau und Betrieb der Vogelsbergbahn Gießen - Fulda dargelegt. Mit dem "Zielkonzept Vogelsbergbahn 2007" will der Verband die Diskussion um das Betriebskonzept für die 106 Kilometer lange Ost-West-Schienenachse vorantreiben.
Folgende Eckpunkte fordert Pro Bahn & Bus für die Strecke:
Neueinrichtung und Verlegung von Stationen
Zusätzliche Ausweichstellen auf der eingleisigen Strecke
Erhöhung der Streckenhöchstgeschwindigkeit
Abschnittsweise zweigleisiger Ausbau (insgesamt ca. 16 km)
Regionalexpress (RE) im 2-Stunden-Takt von morgens bis abends an allen Tagen
Ausweitung des Regionalbahn-Verkehrs (RB) bis Mitternacht
Verdichtung des Zugangebotes an Sonntagen
Modernes Wagenmaterial (spurtstarke RB-Triebwagen, RE-Neigetechnikzüge)
Umfassende Erneuerung der bis zu einem Jahrhundert alten Sicherungstechnik.
"Schon oft ist der Ausbau der Vogelsbergbahn angekündigt worden. Die Verkürzung der Fahrzeiten und der Einsatz von Neigetechnik-Zügen waren die wichtigsten Punkte", sagt Vorstandsmitglied Stefan Sitzmann. "Den Zusagen sind bislang allerdings noch nie Taten gefolgt."
Die Strecke befindet sich im Fünfjahresplan 1998-2002 zum Bundesschienenwege-Ausbaugesetz. Vorraussetzung für konkrete Zuschüsse des Bundes ist allerdings ein Betriebsprogramm des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) und der Aufgabenträger (Landkreise Gießen, Vogelsberg und Fulda sowie Städte Gießen und Fulda). Es muss mit der DB Netz AG (DB) abgestimmt werden. Dieses Konzept liegt bislang noch nicht öffentlich vor. Nur daran kann beurteilt werden, welche Ausbauten notwendig sind und welche Auswirkungen dies für die Fahrgäste hat.
Wichtig ist für Pro Bahn & Bus, dass die Kommunalpolitiker dem RMV und der DB keinen Blanko-Scheck ausstellen. "Hier muss kritisch geprüft werden, wann und wo Züge halten, damit in den Endbahnhöfen Gießen und Fulda tatsächlich bessere Anschlüsse zustandekommen. Auch der Busverkehr darf nicht übergangen werden. Unter anderem sind die Stadtbusse in Lauterbach und Grünberg sowie die Lokalbusse in Mücke und Alsfeld auf den Schienenverkehr ausgerichtet.
Beim Streckenausbau plädiert der Fahrgastverband für den teilweise zweigleisigen Ausbau der Strecke an wenigen Stellen (Rödgen - Großen-Buseck, Nieder-Gemünden - Nieder-Ohmen und Lauterbach - Bad Salzschlirf), die Beseitigung nicht mehr benötigter Bahnübergänge und den Neubau von Haltepunkten in Gießen Aulweg, Rödgen und Lindenstruth. Außerdem fordert er eine Verlegung des Haltepunkes Schwalmtal-Renzendorf nach Brauerschwend.
Sichere Fahrzeitgewinne nur mit zweigleisigen Abschnitten Auf der eingleisigen Strecke können sich Züge nur an bestimmten Stellen begegnen. Ist ein Zug verspätet, haben die entgegenkommenden Züge alle automatisch auch Verspätung. Die Erhöhung der Streckenhöchstgeschwindigkeit und der Einsatz von Neigetechnik-Zügen lösen dieses Problem nicht. "Es nützt dem Fahrgast wenig, wenn sich mit dem Ausbau die Fahrzeiten verkürzen, er aber unterwegs auf den verspäteten Gegenzug warten muss. Dann ist der Fahrzeitgewinn dahin", betont Stefan Sitzmann. "Da die Vogelsbergbahn bereits bei ihrem Bau zweigleisig projektiert wurde, ist der Ausbau ziemlich unproblematisch."
Das Zielkonzept gibt es kostenlos hier oder auf CD-ROM incl. Versand für 5 Euro bei Pro Bahn & Bus, Bahnhofstr. 102, 36341 Lauterbach.
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