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19. November 2001 - Mittelhessen
Horlofftalbahn: Statt Stilllegung besserer Fahrplan
Fahrgastverband: "RMV hat in Sachen Fahrplan und Marketing seine Hausaufgaben nicht gemacht"
(Hungen/Wölfersheim) In der aktuellen Frage um den Fortbestand der Horlofftalbahn Hungen - Beienheim fordert der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus ein verändertes Fahrplankonzept. Wie der Verband deutlich macht, mangelt es dem stilllegungsbedrohten Abschnitt Wölfersheim - Hungen vor allem an einer ausreichenden Zahl von Fahrgästen. Etwa 900 Ein- und Aussteiger nutzen die Strecke täglich zwischen Hungen und Beienheim. Zwischen Wölfersheim und Hungen sind es jedoch nur 300.
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) stützt sich bei seinen Stilllegungsplänen auf ein von der Deutschen Bahn AG erstelltes Gutachten, das 500 Fahrgäste pro Tag als Existenzberechtigung fordert. "Die Strecke kann langfristig nur bestehen, wenn sie besser genutzt wird", ist auch die Ansicht der Vorsitzenden von Pro Bahn & Bus Petra Becker.
In dieser Frage hat der RMV nach Ansicht des Verbandes "bisher seine Hausaufgaben nicht gemacht". Der Fahrplan, wie er derzeit besteht (Umsteigen in Beienheim, verpasste Anschlüsse in Hungen) war 1994 als Provisorium realisiert worden, das bei Verbundstart durch ein Konzept mit durchgehenden Zügen ersetzt werden sollte. Von einem "Musterknoten Friedberg" war seinerzeit die Rede. "Auf das verbesserte Fahrplankonzept warten wir bis heute", so Becker, "und das bestehende Angebot wurde kaum beworben". Ein im Auftrag des RMV erstelltes Gutachten sieht im Umsteigezwang in Beienheim den Hauptgrund, weshalb nicht mehr Fahrgäste die Strecke nutzen. Der Fahrgastverband ist der Überzeugung, dass mit einer verbesserten Angebotsstruktur eine Zahl von 500 Fahrgästen erreicht werden kann.
Pro Bahn & Bus hat auf Basis dieses Ansatzes ein Fahrplankonzept ausgearbeitet, das wieder mehr durchgehende Züge zwischen Hungen und Friedberg vorsieht. Es kommt mit vorhandener Infrastruktur und Anzahl der Triebwagen aus und könnte "von heute auf morgen" realisiert werden, "wenn man dies nur ernsthaft will." Der Verband will dieses Konzept den lokalen Entscheidungsgremien zur Verfügung stellen und appelliert, es bei den anstehenden Beratungen zu berücksichtigen.
Pro Bahn & Bus würdigt ausdrücklich das bisherige finanzielle Engagement des RMV durch Bezuschussung des laufenden Betriebes. "Bevor man aber über eine Stillegung spricht, muss der Strecke eine faire Chance gegeben werden", unterstreicht Petra Becker. "Die Finanzierung macht nur bei einem entsprechend attraktiven Fahrplankonzept Sinn. Und das ist der RMV bisher schuldig geblieben."
Der Fahrgastverband ruft die beiden betroffenen Landkreise aus gegebenem Anlass auf, sich nicht durch "wenig verbindliche Lockangebote" auseinanderdividieren zu lassen. Sie müssen vom RMV ein verbessertes Fahrplankonzept einfordern und deutlich machen, dass für sie ein Paket "Wetteraunetz" nur unter Einschluss der kompletten Horlofftalbahn zu akzeptieren ist.
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