18. November 2001 - Rhein-Main/Mittelhessen
Gemeinsame Presseinformation von Pro Bahn & Bus und VCD Hessen:

Fahrgastverbände fordern mehr S-Bahnen und den Ausbau des Wetterauer Schienennetzes

(Wetteraukreis) Im Vorfeld der RMV-Aufsichtsratssitzung vom 20.11.2001 haben der Verkehrsclub Deutschland sowie der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus in einer gemeinsamen Erklärung die Verdichtung des S-Bahn-Taktes auf mindestens 30 Minuten sowie den konsequenten Ausbau des Schienenverkehrs im Wetterau-Netz gefordert.

Der abends und am Wochenende noch immer anzutreffende 60-Minuten-Takt im S-Bahn-Netz entspricht in keiner Weise den Mobilitätsbedürfnissen in der Rhein-Main-Region - und ist für die Euro-Stadt Frankfurt geradezu peinlich. Die Verdichtung auf einen 30-Minuten-Grundtakt wird die Attraktivität des RMV spürbar erhöhen und ist aus Fahrgastsicht seit Jahren überfällig. Auch das Problem überfüllter Kurzzüge muss im gleichen Anlauf beseitigt werden. Zur weiteren Steigerung der Qualität bei der S-Bahn wird die Beschaffung neuer Fahrzeuge angeregt, um die z.T. fast 30 Jahre alten bisherigen Triebzüge in den kommenden Jahren abzulösen.

Darüberhinaus fordern die Fahrgastverbände vom RMV eine massive Vorwärtsstrategie für die Eisenbahnstrecken Friedberg - Nidda, Friedberg - Hungen, Gießen - Gelnhausen, Stockheim - Bad Vilbel und Friedberg - Hanau. In diesem "Wetterau-Netz" sollen Investitionsstaus beseitigt und die Fahrplanangebote verbessert werden. "Es ist ein Anachronismus, wenn ausgerechnet im Rhein-Main-Gebiet eine letzte Insel existiert, wo abends oder am Wochenende noch immer keine Züge fahren. Städte wie Nidda, Büdingen, Bruchköbel oder Nidderau müssen durchgängig an den Rhein-Main-Takt angeschlossen werden", so Petra Becker, Vorsitzende von Pro Bahn & Bus.

"Wir erwarten vom RMV-Aufsichtsrat eine nachhaltige Strategie zur Aufwertung bestehender Schienenangebote und zur anschlussfreundlichen Vernetzung der Region", so VCD-Sprecher Wolfgang Schulze abschließend.