21. September 2001 - Hessen/Rhein-Main

Pro Bahn & Bus begrüßt Ausbauklarheit für Bahnknoten Frankfurt

(Frankfurt) Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus ist erleichtert, dass mit dem gestrigen Spitzengespräch nach Jahren nun der Weg frei ist für einen zügigen und wirklich zukunftsgerechten Ausbau des europäischen Bahnknotens Frankfurt am Main.

Mit einem "breiten Votum der Vernunft" wurde die überteuerte und wenig fahrgastgerechte Tunnellösung "Frankfurt 21" bis auf weiteres zurückgestellt. Stattdessen steht nun der 10-Punkte-Plan auf der Tagesordnung, den Verkehrsminister Dieter Posch unter dem Titel "Frankfurt 2010" im April diesen Jahres vorgeschlagen hatte.
Damit bestätigt sich die Position, die die Fahrgastverbände bereits im Mai letzten Jahres in ihrem gemeinsamen Konzept "Kopfbahnhof mit Köpfchen" formuliert hatten. Schon damals wurde vor einer Fixierung auf Tiefbahnhof mit Citytunnel gewarnt und die Prüfung oberirdischer Alternativen gefordert, "da die bekannten Probleme genau nicht in der Kopfform des Bahnhofs, sondern in der antiquierten Gestaltung von Gleisvorfeld und Zulaufstrecken ihre Ursache haben".

Ein Lob geht an Ministerpräsident Roland Koch für sein Eintreten zugunsten des Hauptbahnhofes als zentraler Verkehrsdrehscheibe zwischen ICE, Regional- und Nahverkehr. Pro Bahn & Bus erinnert daran, dass der Streckenausbau rund um den Hauptbahnhof bis zum Jahr 2010 nicht nur, wie gegenwärtig betont, für den Nahverkehr sondern gleichermaßen auch für Fernzüge erhebliche Vorteile bringen wird.
Großer Gewinner dieser wichtigen Weichenstellung ist nicht zuletzt die Stadt Frankfurt selbst. Trotz Ausbau des Kopfbahnhofes werden beachtliche Flächen für die Stadtentwicklung frei, für die - zusammen mit einer Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes - ein neues städtebauliches Rahmenkonzept erstellt werden sollte.

Neben dem Ausbau der Main-Weser-Bahn im Abschnitt Bad Vilbel - Frankfurt rückt die Lösung der Verkehrsprobleme im Raum Maintal - Hanau - Bruchköbel in den Mittelpunkt. Pro Bahn & Bus fordert dort innovative Lösungen, die den Frankfurter Osten wirksam entlasten und zugleich den Binnenverkehrsbedürfnissen der Kommunen im Raum Hanau gerecht werden.

Christian Behrendt, Mitautor des Alternativkonzeptes "Kopfbahnhof mit Köpfchen", betont abschließend: "Die überfällige Sanierung, Entwicklung und Stärkung des Frankfurter Hauptbahnhofes wird ab heute als integraler Teil eines Stufenkonzeptes von der gesamten Region mitgetragen. Der jetzt eingeschlagene Weg eröffnet große Chancen für die regionale Kooperation in Rhein-Main und ist über Hessen hinaus ein Meilenstein in der Verkehrspolitik."