13. Februar 2001 - Osthessen

Privatbahn will Gütergleis zum Südbahnhof übernehmen

(Lauterbach) Dem ca. drei Kilometer langen Reststück der Oberwaldbahn Lauterbach - Grebenhain droht nach dem Willen der Deutschen Bahn AG zum Juni 2001 das "Aus". Dem Fahrgastverband Pro Bahn & Bus, der bereits vor Monaten von diesen Plänen erfahren hat, ist es gelungen, eine nicht-bundeseigene Eisenbahngesellschaft für den Betrieb zwischen Lauterbach Nord und Lauterbach Süd zu gewinnen.

Die DB Netz AG hat zum 31. Mai 2001 den privaten Gleisanschluss eines Unternehmens am Südbahnhof gekündigt, obgleich die Firma ein nicht unerhebliches Güteraufkommen aufweist. Betroffen ist auch ein weiteres Unternehmen, das am Lauterbacher Südbahnhof werksnah verlädt.
"Ohne Gleisanschluss am Südbahnhof ist für die betroffenen Unternehmen Lauterbach unwirtschaftlich. Sie müssten sich alternative Standorte mit Schienenanschluss suchen. Dies hätte den Verlust von Arbeitsplätzen in der Kreisstadt zur Folge", sagt Stefan Sitzmann von Pro Bahn & Bus Osthessen.

Der Verband, der sich nicht nur für den Personen-, sondern auch für den Güterverkehr engagiert, konnte nach intensiven Verhandlungen mit der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE) einen potenziellen Betreiber für die Strecke Lauterbach Nord - Lauterbach Süd gewinnen. Bereits im Dezember fand eine Ortsbesichtigung statt. Eine Prüfung der DRE ergab, dass eine Streckenübernahme zur Sicherung der Verlademöglichkeiten am Südbahnhof ökonomisch Sinn macht.

Die DRE (Sitz Berlin-Schönefeld) besitzt insbesondere in den neuen Bundesländern verschiedene Eisenbahnstrecken. Sie fährt auch Personen- und Güterzüge.

"Der Aufsichtsrat der DRE hat sich Anfang Februar 2001 für eine längerfristige Anpachtung der Strecke ausgesprochen", teilte der DRE-Geschäftsführer Gerhard J. Curth Pro Bahn & Bus mit.
Die DRE will den Abschnitt zwischen dem Lauterbacher Nordbahnhof und dem Allmenröder Weg pachten. Der Abschnitt zwischen Stabernack/STI und dem Allmenröder Weg wird dagegen mehr nicht benötigt. "Er könnte zur Verlängerung des Vulkanradweges genutzt werden", so Stefan Sitzmann.

Pro Bahn & Bus hofft auch auf tatkräftige Unterstützung der Kommunalpolitik für den Erhalt der wirtschaftlich wichtigen Infrastruktur.