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8. Februar 2001 - Nordhessen
Kommunalwahl im März:
"Wähler stimmen auch über Bus- und Bahnangebote ab"
(Kassel) Im März werden in Hessen neue Gemeinde-, Stadt- und Kreisparlamente gewählt. Genau diese Gremien sind seit der Bahnreform in Hessen auch für die Angebotsplanung auf Bus- und Bahnstrecken zuständig. Denn ob auf einer Linie mehr oder weniger Züge fahren, hängt von den Bestellungen des Nordhessischen Verkehrsverbundes und der lokalen Nahverkehrsgesellschaften der Landkreise ab. Diese wiederum handeln nach Vorgabe der einzelnen Kommunalparlamente, denn es gilt der Grundsatz "wer bestellt, bezahlt".
"Damit haben letztlich die Wählerinnen und Wähler einen Einfluss auf die Gestaltung der Nahverkehrsangebote", sagt Petra Becker, Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn & Bus. "Schließlich unterscheiden sich die Politiker zum Teil ganz erheblich in ihrem Engagement für öffentliche Verkehrsmittel. Einige betrachten den Nahverkehr als Pflichtaufgabe und sehen bestenfalls noch einen positiven Effekt in der Entlastung der Straßen vom Berufsverkehr. Andere haben dagegen erkannt, welch positiven Einfluss ein gutes Nahverkehrsangebot auf den Wohnwert einer Region ausübt."
So können viele Bürger zwar nicht ganz auf das Auto, aber doch immerhin auf den Zweitwagen verzichten, was eine erhebliche Entlastung für Familien darstellt. Jugendliche sind sicherer unterwegs, Ältere können sich ihre Selbstständigkeit länger erhalten.
Kassel:
Nach der Grundsatzentscheidung über die Trassenführung der Regiotram in der Kasseler Innenstadt fordert Pro Bahn & Bus eine zügige Umsetzung des Vorhabens, um die durch jahrelange Diskussionen und Scheingefechte verlorene Zeit wieder aufzuholen.
"Vor allem gilt es die Bürgerbeteiligung an der noch unsicheren Gleisführung über den Königsplatz schnell zu vollziehen. Denn nur die Königsplatzanbindung sowie die Führung einzelner Linien über den Ständeplatz zur Oberen Königsstrasse wird einen wirtschaftlichen Betrieb der Regiotram und den Erfolg des ganzen Konzeptes sichern", betont Petra Becker. "Die Führung über Lutherplatz/Stern kann nur eine Ausweichroute sein, rechnen wird sie sich nie!"
Landkreis Waldeck-Frankenberg:
Pro Bahn & Bus begrüßt die Pläne der Kurhessenbahn, das Korbacher Netz wieder aufzubauen und mit modernen Fahrzeugen auf ausgebauten Strecken im Taktverkehr den Landkreis zu erschließen. "Über passende Busanschlüsse und attraktive Freizeitverkehre müssen dann die Politiker vor Ort entscheiden."
Vom NVV erwartet der Fahrgastverband eine schnelle positive Entscheidung zugunsten der Uplandbahn Korbach - Brilon, damit die Reparaturarbeiten an den Viadukten zügig beginnen und die Züge im 1-Stunden-Takt fahren können.
Mittelfristig steht für Pro Bahn & Bus auch die Reaktivierung der Bahnstrecke Bad Wildungen - Waldeck - Korbach im Mittelpunkt. Sie würde eine wichtige Lücke in der Ferienregion Edersee schließen.
Schwalm-Eder-Kreis:
"Im Schwalm-Eder-Kreis gilt es den Busverkehr in allen Teilen des Kreises auf einen Mindeststandard zu bringen." Außerdem fordert Pro Bahn & Bus die Bahnlinie Wabern - Bad Wildungen auszubauen. "Die derzeit langsame Streckengeschwindigkeit steht im krassen Gegensatz zu den eingesetzten, modernen Triebwagen."
In Melsungen ist dem Verband der Erhalt der Fahrkarten-Verkaufsstelle und des 3. Gleises im Bahnhof besonders wichtig. Das Gleis sichert die Pünktlichkeit und den reibungslosen Bahnverkehr zwischen Kassel und Bebra wesentlich ab.
Werra-Meißner-Kreis:
Pro Bahn & Bus begrüßt den Beginn der Planungsarbeiten für den Stadtbahnhof Eschwege, der die Kreisstadt wieder an das Schienennetz anschließen wird. "Wir hoffen, dass die Bauarbeiten möglichst vor 2005 beendet sind", sagt Petra Becker.
Ein wichtiges Anliegen ist für den Fahrgastverband die Einführung eines Mindestbedienungsstandards für den Busverkehr in allen Teilen des Kreises. Auch eine Sicherungsoption für einen durchgehenden Schienenverkehr von Eschwege nach Kassel über Hessisch-Lichtenau hält der Verband für erforderlich.
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