22. Mai 2000 - Mittelhessen

Fahrplanwechsel im östlichen Wetteraukreis:
Mängel bei Busanschlüssen


(Wetteraukreis) Am 28. Mai 2000 ist Fahrplanwechsel. Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus weist auf Änderungen im regionalen Schienen- und Busverkehr hin.

Horlofftalbahn: Hungen/Nidda - Beienheim - Friedberg - Frankfurt

Nur geringfügige Änderungen bringt der Fahrplanwechsel für die Horlofftalbahn. Diese beziehen sich auf die Stadtexpress-Züge (SE) der DB Regio AG. So ist der erste morgendliche SE künftig eine Minute früher (6.57 Uhr) in Frankfurt Hbf. Die beiden abendlichen Fahrten 16.15 und 17.15 Uhr ab Frankfurt Hbf kommen dafür eine Minute später (17.31 und 18.31 Uhr) in Nidda an.

Die Regionalbahnen der Butzbach-Licher Eisenbahn verkehren unverändert weiter. Lediglich die in den DB-Kursbüchern und -Abfahrtsplänen verwendete Abkürzung wird künftig "DNR" (Drittunternehmen, Nah-Reisezug) lauten. Auch wird die BLE in diesem Jahr erstmals die bekannten Faltfahrpläne in Eigenregie herausgeben und verteilen.
"Obwohl bereits vor geraumer Zeit beantragt, wartet die BLE noch immer auf die Freigabe der Fördermittel des Landes Hessen, um die Triebwagen wie versprochen mit Toiletten nachrüsten zu können", sagt Hans-Jörg Winter.


Lahn-Kinzig-Bahn: Gießen - Nidda -Gelnhausen

Auch auf dieser Linie gibt es nur wenige Änderungen. Der morgendliche Schülerzug von Hungen über Nidda nach Büdingen/Gelnhausen verkehrt künftig ab Nidda zwei Minuten später (ab 6.59 Uhr). Die Abfahrtszeit der Taktzüge von Nidda nach Gelnhausen verschiebt sich von der Minute 04 auf die Minute 06.

Die Regionalbahn mit Abfahrt 12.50 Uhr in Gießen fährt in Büdingen künftig acht Minuten später, um 14.10 Uhr, ab, kommt in Gelnhausen um 14.31 Uhr an und verpasst damit planmässig den Anschlusszug nach Frankfurt (Gelnhausen ab 14.32 Uhr).

Horlofftalbahn und Lahn-Kinzig-Bahn

Für beide Strecken muss das Fahrplanangebot trotz des jeweils bestehenden Stundentaktes als unzureichend angesehen werden.

Auf der Horlofftalbahn müssen fünf Zugpaare im Bahnhof Berstadt-Wohnbach enden und beginnen, da der Landkreis Gießen deren Weiterfahrt nach Hungen nicht wünscht. Die vorhandene Zeitreserve muss statt dessen in Berstadt "abgebummelt" werden. Fahrgäste der Hungener Zweigstrecke müssen im Regelfall weiterhin in Beienheim umsteigen, für die Weiterfahrt nach Frankfurt muss nochmals in Friedberg umgestiegen werden. Pro Bahn & Bus fordert in diesem Zusammenhang ein modifiziertes Fahrplankonzept, bei dem das Umsteigen in Beienheim künftig nur noch die Ausnahme darstellt. Auch muss ein solches Konzept künftig auch Zugverkehr am Wochenende beinhalten.

Auf der Lahn-Kinzig-Bahn gibt es zwischenzeitlich zwar einen Samstagsverkehr im 2-Stunden-Takt. Dieser beschränkt sich jedoch auf das Gebiet des Landkreises Gießen, da der Wetteraukreis eine Mitfinanzierung des Zusatzangebotes verweigert. Aus diesem Grund wird den Fahrgästen im nunmehr vierten Jahr seit Einführung des Samstagsverkehrs ein unattraktiver Umstieg auf den Bus ab/bis Hungen zugemutet.


Buslinie 5155: Schotten - Nidda - Friedberg

"Richtungsweisend, aber doch mit zahlreichen Anschlussmängeln behaftet ist der Fahrplan der Linie 5155. Schienenparallele Fahrten werden weitgehend vermieden und an den Wochenenden Taktverkehr über den ganzen Tag angeboten."

Die zahlreichen, seit 1998 vorhandenen und bisher nicht abgestellten Mängel beziehen sich vor allem auf die Anschlüsse vom/zum Schienenverkehr.

So werden Montag bis Freitag in der morgendlichen Hauptverkehrszeit in Nidda gleich mehrere Zuganschlüsse nach Gießen planmäßig verpasst: Ankunft der Busse aus Schotten um 5.45, 6.17 und 6.48 Uhr, Abfahrt der Züge nach Gießen um 5.42, 6.11 und 6.48 Uhr.

In Friedberg sind "unter der Woche" bei mehreren Bussen die Ankunftszeiten so bemessen, dass nicht ausreichend Zeit zum Umstieg auf den Zug vorhanden ist: Ankunft der Busse um 5.10, 6.10, 8.40, 20.43 und 21.43 Uhr, Abfahrt der Züge nach Frankfurt um 5.13, 6.13, 8.43, 20.46 und 21.46 Uhr.
Am Wochenende kommen die Busse in Friedberg zur Minute 10 an, die Anschlusszüge nach Frankfurt fahren zur Minute 13 ab.

"Anti-Anschlüsse" bestehen auch in der Gegenrichtung: So kommt beispielsweise eine Regionalbahn aus Gießen um 17.34 Uhr in Nidda an, der Anschlussbus nach Schotten fährt um 17.35 Uhr ab.

Auf dieser Buslinie wünscht sich der Fahrgastverband zusätzliche Fahrten um 22.55 und 23.55 Uhr ab Friedberg, um ein über den ganzen Tag verfügbares Angebot zu schaffen. Insbesondere am Wochenende fehlen Spätfahrten für den Freizeitverkehr. Samstags fährt der letzte Bus bereits um 22.55, sonntags um 20.55 Uhr. "Kinobesucher beispielsweise sind dadurch von vornherein gezwungen, mit dem Auto zu fahren", sagt Hans-Jörg Winter.