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18. April 2000 - Nordhessen
Millionen-Verluste, wenn Tram nicht mehr in der Königsstraße
(Kassel) Als Schildbürgerstreich bewertet der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus die Forderung City-Kaufleute, die Straßenbahn in Zukunft nicht mehr über die Fußgängerzone Königsstraße zu führen.
Nach den Vorstellungen der City-Kaufleute sollen die Straßenbahnkunden nach Inbetriebnahme der Regiotram um die Innenstadt fahren müssen, während man mit dem Auto in Friedrichsplatztiefgarage fahren kann. "Zu der Umwegfahrt käme dann noch ein Fußweg von mehreren hundert Metern zu den Geschäften hinzu", sagt Hermann Hoffmann, Vorstandsmitglied von Pro Bahn & Bus Nordhessen.
"Dass die Königsstraße eine ideale Erschließungsfunktion besitzt, zeigen die Fahrgastzahlen der 70 pro Stunde verkehrenden Straßenbahnen. Die die Innenstadt umfahrende Tramlinie 7 weist dagegen eine deutlich schwächere Nutzung auf."
Bei einer Innenstadtumfahrung rechnet Pro Bahn & Bus mit zusätzlichen Kosten in Millionenhöhe für die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) und die Stadt Kassel. Neben dem zusätzlichen Fahrzeugbedarf würden vermutlich deutlich weniger Fahrgäste das gute Kasseler ÖPNV-Angebot nutzen. Einnahmeausfälle wären die Folge.
Für abwegig hält der Fahrgastverband die Forderung nach einer Neubautrasse über den Steinweg, vor allem wegen der hohen Investitionskosten. "Warum soll eine neue Strecke gebaut werden, wenn auf dieser dann weniger Fahrgäste unterwegs sind als in der Königsstraße?", fragt sich Hermann Hoffmann. "Ein solches Projekt besitzt keinen wirtschaftlichen Nutzen für den Betreiber."
Pro Bahn & Bus sieht in der vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) vorgeschlagenen Schienenverbindung vom Hauptbahnhof in die Innenstadt über Kölnische Straße - Mauerstraße die beste Lösung für das Jahrhundertprojekt Regiotram. "Die Stadtverordnetenversammlung muss zügig die Weichen stellen. Schießlich wollen auch andere Regionen in Hessen in den regionalen Schienenverkehr investieren. Haushaltspolitisch gilt in Wiesbaden immer noch: >>Wer zu erst kommt, malt zuerst!<< ", betont Hermann Hoffmann.
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