26. Februar 2000 - Wiesbaden/Rheingau-Taunus

Bleibt der Busverkehr im Rheingau-Taunus-Kreis auf der Strecke?

(Rheingau-Taunus-Kreis) Sorgen um die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Rheingau-Taunus-Kreis macht sich nach den letzten Presseveröffentlichungen der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus. Die Äußerungen des RTV-Aufsichtsratsvorsitzenden Arno Brandscheid geben Anlass zur der Befürchtung, dass die Fahrpläne einiger Buslinien ausgedünnt werden oder Linien gar komplett eingestellt werden könnten.

"Dabei ist es mit dem Busverkehr im Rheingau-Taunus-Kreis schon jetzt nicht gut bestellt", sagt der Pro Bahn & Bus Regionalleiter Gernot Hornik. Bis auf wenige Ausnahmen wird auf den meisten Linien bereits jetzt ein Mindestangebot gefahren. Außerhalb der Schluzeiten sind vieleOrtsteile nicht oder nur sehr mangelhaft angebunden. An Samstagen gibt es oft nur ein paar wenige Busse und an Sonn- und Feiertagen ruht in weiten Teilen des Kreigebietes der Busverkehr komplett. "Es kann nicht angehen, dass beispielsweise eine Stadt wie Idstein sonntags von keinem einzigen Bus angefahren wird", führt Hornik weiter aus.

Anstatt nun den Rotstift anzusetzen, sollten Lösungsmöglichkeiten gesucht werden, wie der Busverkehr attraktiver gestaltet werden kann. Bessere, klar nachvollziehbare Linienführungen, Abstimmung der Fahrpläne an den Bahnhöfen und Busknotenpunkten und eine weitestgehende Vertaktung des Angebotes sind Ansatzpunkte für Verbesserungen. In den Abendstunden und am Wochenende könnten Anruf-Sammel-Taxen das Angebot abrunden.

Der Fahrgastverband Pro Bahn & Bus verweist bereits jetzt auf ein in Arbeit befindliches Konzept zur Gestaltung des Busverkehrs im Rheingau-Taunus-Kreis. Dieses Konzept, welches als Rückgrat bereits eine in Betrieb befindliche Stadtbahn Wiesbaden - Bad Schwalbach vorsieht, wird in einigen Wochen fertiggestellt sein und kann als Grundlage für eine Umstrukturierung des ÖPNV im Rheingau-Taunus-Kreis herangezogen werden.