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10. Januar 2000 - Osthessen
Rhönbahn Fulda - Gersfeld: DB weiß mit 2 Millionen Mark nichts anzufangen
(Fulda) Die im Mai 1998 beendete Sanierung der Rhönbahn Fulda - Gersfeld war günstiger als zunächst angenommen. Wie aus einer Antwort der Landesregierung an den Fuldaer Landtagsabgeordneten Dr. Norbert Herr hervorgeht, beträgt die Investionssumme rund 11,9 Mio. DM. Ursprünglich waren im Rhönbahnvertrag 13,9 Mio. DM für den Streckenausbau vorgesehen. "Dies ist sehr verwunderlich, da die Deutsche Bahn AG (DB) während der Baumaßnahmen über fehlende Investitionsmittel klagte", sagt Daniel Junghans von Pro Bahn & Bus Osthessen.
Entgegen der ursprünglichen Sanierungsplanungen, wurden vereinbarte Arbeiten nicht durchgeführt.
Beispielsweise wurde
- die Umfahrungsmöglichkeit im Bahnhof Gersfeld abgebaut (Gleise und Weichen fehlen; Sonderzüge können nur noch sonntags und mit großem Aufwand verkehren)
- der Streckenausbau für höhere Geschwindigkeiten zwischen Lütter und Gersfeld nicht vorgenommen
- technische Bahnübergangssicherungsanlagen teilweise nicht eingebaut (z. B. Kreuzung Radweg R1 - Rhönbahn in Schmalnau).
Der Fahrgastverband fordert, die verbliebenen 2 Mio. DM nicht verfallen zu lassen, sondern in den Ausbau der Rhönbahn zu investieren. "Das Geld würde sonst zu ca. 85 % an das Land Hessen und die Europäische Union zurückgegeben werden müssen und in andere Regionen fließen."
Pro Bahn & Bus betont die Notwendigkeit weiterer Verbesserungen. Vordringlich sind für den Verband
- der Wiedereinbau der Umfahrungsmöglichkeit in Gersfeld (z. B. um einen Fahrradwagen anzuhängen)
- die technische Sicherung des Bahnüberganges Radweg R1 Schmalnau
- die Installation eines Fahrgastinformationssystems (Lautsprecher)
- die Verbesserung der Wartemöglichkeit im Bahnhof Gersfeld
- die Verfüllung des ehemaligen Gütergleises in Gersfeld
- die Beleuchtung des Wartehäuschens in Rönshausen.
Aus der Antwort der Landesregierung geht außerdem hervor, dass die Planungskosten ca. 25 % der bisherigen Investitionen ausmachen. "Dieser Wert erscheint ungewöhnlich hoch", sagt Daniel Junghans.
Pro Bahn & Bus gibt zu bedenken, dass durch die verspätete Umsetzung der vertraglichen Maßnahmen bei der Deutschen Bahn AG "nicht unerhebliche Zinssummen aufgelaufen sein müssten, da das Geld seit Mitte 1993 auf DB-Konten vor sich hin schlummert". Nach Berechnungen von Pro Bahn & Bus liegt der geschätzte Zinsertrag bei ca. 3,5 Mio DM (angesetzer Zinssatz 6,5 % p. a.).
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